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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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Geschichte der Juden.

durch Gottvergessenheit, Vermischung mit den Götzendienern undNachahmung ihrer Unsitten zugezogen hatte, und warnte sievor Rückfällen'). Solche Zusammenkünfte hielt Samuel abwechselndin drei Städten, welche nach dem Untergang Schilo's Bedeutungerlangt hatten; in Bethel, welches durch die Erinnerung an Jakobwichtig schien, dann in Gilgal, das eine Zeitlang unter JosuaMittelpunkt gewesen war, und endlich in Mizpah, wo zuletzt derSieg über die Philister erfleht worden war. In seinem WohnorteRama fanden noch häufigere Zusammenkünfte der verschiedenenStämme statt, deren Aelteste ihn aufsnchten, um ihn über wichtigeAngelegenheiten zu Rath zu ziehen. Vermöge seiner prophetischenStellung wurde Samuel in seinem Wohnorte auch von streitendenParteien ausgesucht, um Recht zu sprechen und Entscheidungen zutreffen. Er wurde als Oberrichter anerkannt. In Rama, so wiein den drei Städten bestand je ein Altar zum Opfern. Dennnoch immer galt das Opferwesen als eine unerläßliche Ceremönie,sich Gott zu nähern. Aber Samuel ließ es nicht beim Opferallein bewenden. Mit Hülfe der Leviten führte er Psalmen, Ge-sangchöre und Saitenspiel ein, welche eine gehobene Stimmungerzeugten. Durch ihn kam ein neues Element in den israeli-tischen Gottesdienst: der Lobpsalm mit Gesang. Samuel selbst,der Stammvater der später berühmt gewordenen korachidischenPsalmdichtcr, hat ohne Zweifel zuerst Lobgesänge für den Gottes-dienst gedichtet. Sein Enkel Hem an galt im nachfolgenden Ge-schlechts neben Aßaph und Jeduthun als psalmistischer Dichterund Tonkünstler2). Die lieblichen Zwillingsschwestern, die einanderergänzen, die Dichtkunst und die Tonkunst, wurden durch Samuelin den Dienst des Cultns genommen; dieser wurde dadurchfeierlich-erhaben und wirkte nachhaltig und veredelnd auf dieGemüther. Wie die Dichtkunst überhaupt im israelitischen Volkezu einer Zeit gehegt wurde, ehe die übrigen Völker der Erde soweit die Kunde reicht selbst ehe noch.die Ionier, die es unterden alten Völkern am weitesten darin gebracht haben, eine Ahnungdavon hatten, daß die Schönheit und der Wohllaut der Sprachedurch rhythmische Verse in der Seele eine angenehme Wirkung

y Vergl. Note 7.

2, Chronik I, 6, 7; 15, 17; 25, 1 fg.