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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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Geschichte der Juden.

tempel mehr", das war soviel, als wen» Gott sein Volk aufgegebenhätte. Allmälig scheint Samnel indeß sich mit dem Unabwendbarenvertraut gemacht zu haben und auf eine andere Gedankcnreihe ge-kommen zu sein. Kein Heiligthnm, kein Opfer! Ist denndas Opfer zur reinen Gottesverehrung und zum heiligen Wandel sounerläßlich? Diesen Gedanken hat er in seinem Innern zur Reifegebracht und hat ihn später bei passender Gelegenheit gepredigt,daß die Opfer einen nur untergeordneten Werth haben, unddaß das Fett der Widder Gottes Wohlgefallen nicht erwerbenkönne. Worin denn soll die Gottesverehrung bestehen? In demstrengen Gehorsam gegen das, was Gott angeordnet hat^). Welchesist aber der Wille Gottes? Samnel war während seines Aufent-haltes in Schilo nicht blos mit dem Inhalte der dort in derBundeslade aufbewahrten steinernen Tafeln, sondern auch mit demGesetzbuche bekannt geworden, das von Mose stammte. Mit diesemhatte sich sein Geist erfüllt. In diesen heiligen Urkunden waren Rechtund Gerechtigkeit, Milde und Gleichheit der Israeliten ohne Klassen-rang und Kastenunterordnung als Gebote Gottes vorgeschrieben,aber nichts oder wenig vom Opfer. Samnel, welcher um vieleJahrhunderte dem Ursprung des israelitischen Volkes und derisraelitischen Lehre näher stand, als die späten: Propheten, war wiediese von der Thatsache überzeugt, daß Gott nicht die Befreiungder Israeliten vollzogen habe, damit sie ihm und keinem andernopfern, sondern damit sie seine Gesetze bethätigen sollten. Der In-halt dieser Urkunden oder das Gesetz, das sei der Wille Gottes,dem sich die Israeliten in Gehorsam fügen sollten. Dieses Gesetzwurde in Samuel's Innern lebendig, er fühlte sich als Organ des-selben, um es dem Volke als Richtschnur einzuprägen2).

Samuel's Lebensaufgabe war durch diese Betrachtung gefunden:Belehrung und Erziehung des Volkes zum Gesetze Gottes und Ent-

1) Der geringe Werth, den Samnel auf das Opfer gelegt hat, ist aus-gedrückt in Sam. I, 15, 2223 und auch in dein Umstande, daß er zur Zeitgroßer Gefahr, wo sonst viele Opfer gebracht zu werden pflegten, nur einjunges Lämmchen opferte, das. 7, 9.

2 ) Psalm 99, 6. Darin ist hervorgehoben, daß Mose und Ahron unter denPriestern und Samuel unter den Leviten st-ow ^xnpI) Gottes Warnungenund das Gesetz, das Er ihnen (oder dem Volke) gegeben, treu befolgt haben:

12 k ',n: lmr«) PNI 1 -N 1 N 2 Das ist der Hauptsatz des Verses,

das Vorangehende ist als Relativsatz zu nehmen.