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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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Geschichte der Juden.

Bösen wie zum Guten. Sie entwickelten Beide eine außergewöhn-liche Kühnheit. So weit haben Jephtah und Simson Ähnlichkeitmit einander. Aber ihre Unähnlichkeit ist doch größer. Jephtah warein Krieger, der dem Feinde die Stirn bot und ihn durch kriege-rische Mittel besiegte. Simson dagegen, obwohl mit außergewöhn-licher Kraft und Tollkühnheit begabt, führte, so weit wir Kunde vonihm haben, nicht einen förmlichen Krieg, sondern übermannte dieFeinde durch List und plötzliche Ueberfälle.

Jephtah, ein Gileadite vom Stamm Manasse, war von seinenStammgenossen aus dem Lande gewiesen worden. Es heißt, er seinicht aus einer anständigen Ehe geboren, sondern der Sohn einerBuhlerin gewesen. In der Heimath ungerecht behandelt, begab ersich nach einem bisher unbekannt gebliebenen Lande Tob und begannhier eine Art Räuberleben zu führen. Kühne Genossen, welchemenschliche Ordnung und Satzung gering achteten, schlossen sich ihman und nahmen ihn zum Führer. Mit ihnen vereint, brand-schatzte Jephtah schwache Städte und Stämme, überfiel wohl auchKaravanen, kurz trieb dasselbe Handwerk wie die damaligenWanderstämme, Midianiter, Jsmaeliten, Kedarener. Als aber diegileaditischen Stämme in Bedrängniß von Seiten der Ammonitergerathen waren, erinnerten sie sich des ausgestoßenen Sohnes ihresStammes, von dessen kühnen Thaten und Unthaten sie Kunde er-halten hatten. Einige Aelteste begaben sich zu ihm nach demLande Tob und baten ihn dringend, ihnen mit seiner Schaar zuHilfe zu kommen und die Feinde aus ihrem Gebiet zu treiben.Stolz abweisend antwortete Jephtah zuerst:Ihr hasset mich dochund habet mich aus meinem Vaterhause vertrieben! Warumkommet ihr jetzt zu mir, da es euch schlecht geht?"

Die gileaditischen Aeltesten ließen sich aber nicht abweiscn,baten ihn immer dringender um Beistand und versprachen ihm,wenn er Sieger über die Feinde geworden sein würde, ihn alsOberhaupt für Gilead anzuerkennen. Darauf hin entschloß sichJephtah mit ihnen zurückzukehren; sie mußten aber ihr Versprechenvor dem Altar ihres Vorortes Mizpah-Gilead beschwören, sowenig vertraute Jephtah ihrer Dankbarkeit und Treue. Dannschickte er eine förmliche Gesandtschaft an die Ammoniter mit derForderung, ihren Kriegszug gegen das israelitische Gebiet einzustellen,und als sie diese zurückwiesen und sich auf ihre alten Rechtsan-