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Geschichte der Juden.
lichkeit an die Götzen der Emoriter sei. Diese Mahnung scheintnur auf einen einzigen Zuhörer einen aufrüttelnden Eindruckgemacht zu haben, auf den Manassiten Jerubaal, auch Gideongenannt. Von tiefem Schmerz über die Gesunkenheit und dasElend Jfrael's ergriffen und gewillt, die Befreiung herbeizuführen,begann er damit, die erste Ursache des Verfalls, den Baaldienst, zubeseitigen.
Jerubaal oder Jeruboschet, ein Sohn des ManassitenJoasch in der Stadt Ophra aus der Familie Adieser (J-Eser),war im Baalkultus erzogen und hatte seinen Namen von diesemGötzen oder der weiblichen Vorstellung der kanaanitischen Mythologie,der Böschet (Astarte), entlehnt. In seiner Vaterstadt bestand einBaal-Altar, dem heilige Bäume geweiht waren i). Diese anerzogeneund angewöhnte falsch-religiöse Verehrung schüttelte Jerubaal miteinem Male ab. Er muß eine kräftige, anziehende Persönlichkeitgewesen sein. Die Feinde selbst rühmten von ihm, er sei schönwie ein Königssohn gewesen 2). In einer Nacht zerstörte er mitHilfe von Sklaven den Baal-Altar, hieb die Astarteubäume um underbaute einen anderen Altar im Namen des israelitischen Gottes, derGottglück (Jhwh-Schalom) genannt wurde. Wie'erstaunt warendie Bewohner von Ophra, als sie des Morgens die Veränderunggewahrten! Beinahe wäre Jerubaal als Heiligcnschänder vom Volkegesteinigt worden^). Indessen fand er doch Anhänger für seineUeberzeugung. Mit diesen gedachte er die plündernden Midianiterund ihre Hilfsvölker anzugreifen. Aber bange Bedenklichkeitenbeschlichen sein Herz, zunächst die, daß Gott sein Volk aufgegebenhaben müsse, da er es den Midianitern prcisgcgeben hatte. Dannfürchtete er, daß sein Aufruf zur Rettung des Vaterlandes kein
h Auch der Stier, von dem Richter 6, 25 zuerst die Rode ist, scheint demBaal geweiht gewesen zu sein, dieser sollte zugleich mit dem Altar vernichtetwerden. Dagegen sollte nzivn "w — "w, ein anderer Stier, der nicht
geweiht war, zum Opfer dienen. Ewald's Erklärung von „annaus" alt,ist ebenso absurd, wie die eines anderen Auslegers, daß es „fett" bedeute.
2) Richter 8, 18.
S) Daß die Deutung des Namens „Baal mag mit ihm streiten" zu
den eigenthümlichen, deutenden Etymologien gehört, ist bekannt. Jerubaal warvielmehr sein Hauptnamc. Weit eher könnte Gideon ein historischer Namesein, von Lv; „umhauen, zerstören", weil er den Altar und die Haine desBaal zerstört hat.