Debora und Barak.
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welche unter die nur mit Schleudern oder Bogen bewaffnetenIsraeliten Schrecken brachten. Jabin und sein Feldherr brachtenneue Drangsale über die Nordstämme, besonders über die umden Tabor und in der Ebene wohnenden. Die Städte, durch welchedie Vcrkehrsstraßen führten, wurden ihnen entrissen und überhauptdie Wege verlegt ft. Auch der Waffen scheinen sie die Feinde be-raubt zu Habens. Bon seinem Wohnsitze Charoschet Ha-Gojimbedrängte Sisera die Nachbarstämme so grausam, daß sie in Ver-zweiflung geriethen. Am meisten litten die Stämme Naphtali undZebulon, welche in der Nähe von Chazor wohnten. Die Noth warum so größer, als die Stammführer selbst rathlos und durch denSchrecken gelähmt warenft. „Kein Haupt, kein Führer in Israel,"das war die laute und stumme Klage derer, die nicht in den Taghineinlebten. Zum ersten Male wurde dieser Mangel an einerFührerschaft mit der ganzen Tiefe nationalen Schmerzes empfunden.Die tiefe Schmerzempfindung eines Volkes führt öfter die Heilungder Wunde herbei.
Es gab keinen Führer und keinen starken Mann in Israel,aber eine starke-Frau, stark nicht durch mannweibische Blutthaten,nicht durch das Blendwerk mystischer Berufung, sondern durch dassanfte Säuseln dichterischer Gehobenheit. Debora, „die Frau einessonst unbekannten Mannes Lapidot, die da wohnte an derGrenze der Stämme Ephraim und Benjamin, zwischen Bethel undRaum," mehr wissen wir von ihren Lebensumstünden nicht. Aberdaß sie „die Mutter Israels" genannt und so hoch verehrt wurde,kennzeichnet sie als eine außergewöhnliche Erscheinung. Lieder saugsie, aber nicht zu müßigem Spiele, sondern mit so hinreißenderBegeisterung und so gewaltiger Kraft, daß sie Feiglinge in Heldenzu verwandeln vermochte. Debora war eine Dichterin, und dieBegabung der Poesie war in ihrem Busen zur prophetischen Vor-schau gesteigert. Von ihren Liedern hat sich kaum* eine Spur er-halten; aber es läßt sich voraussetzen, daß sie religiös-nationalenInhalts waren. In ihrer Brust lebten die großen Thaten derVergangenheit, die wunderbare Leitung Israels von Aegypten biszum Einzuge ins Land Kanaan. Diese mochte sie in schön gesetzten
y Debora-Lied, V. 6.2) Das. V. 8.bj Debora-Lied, V. 7.