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Geschichte der Juden.
östlich und dem Mittelmeere westlich. Ascher und Naphtali warendie am meisten nach Norden geschobenen Stämme, gewissermaßendie Markenwächter, und zwar der Erstere im Westen, und derLetztere im Osten auf dem Hochgefilde.
Zur selben Zeit errangen vier andere Stämme Wohnsitze imSüden, und zwar durch eigene Anstrengung, ohne Mithilfe desGesammtvolkes. Der winzige Stamm Benjamin erhielt wahr-scheinlich von den Josephiden, die mit ihm enger verbunden waren,einen schmalen, nicht sehr fruchtbaren Landstrich an ihrer Südgrenzeund fast nur das Gebiet der Gibeoniten mit einigen Anhängselnöstlich und westlich. Die Benjamiten hatten also eine fremde
chiwitische Bevölkerung in ihrer Mitte. Weiter nach Süden vorzu-dringen war ebenso schwer, wie im Norden durch die große Ebene.Denn in der Mitte des Landes auf dem Gebirge hausten dieJebusiter, eine kriegerische und starke Bevölkerung, deren Gebietdurch eine unzugängliche Felsenburg geschützt war'). In der Ebeneim Westen nach dem Meere zu hatten die Bewohner ebenfallseiserne Kriegswagen, gegen welche anzukämpfen die Israeliten inder ersten Zeit ihres Einzuges nicht wagen konnten. Und dochblieb den noch übrigen Stämmen nichts übrig, als sich im Südenund im Westen umzusehen und sich dort anzusiedeln. Unter diesenStämmen war Jehuda oder Juda einer der zahlreichsten undmächtigsten, und zu ihm hielt sich wie ein Vasallenstamm zu einemherrschenden der Stamm Simeon.
Die Jehudäer mochten sich gekränkt gefühlt haben, daß derbeste Theil des Landes den Josephiden eingeräumt oder von ihnenbesetzt worden war. Grollend scheinen sie sich von den übrigenStämmen gesondert und ein entferntes Gebiet ausgesucht zu haben.Ganz im Süden an der Grenze der Wüste hatten sich bereits zurZeit der Wüstenwanderung Stammverwandte und Bundesgenossen,die Keniter angesiedelt 2), Mit ihrer Hilfe dachten die übrigenJehudäer leichter Wohnplätze erlangen zu können.
Ohne mit den Jebusiten Krieg anzufangen, vielleicht gar infriedlicher Vereinbarung und in Folge eines Bündnisses, umgingensie das Gebiet der späteren Hauptstadt Jerusalem. Im Süden davongelang es dem Stamme Juda mit Hilfe von Simeon einzelne Städte
>) Jebus, das spätere Jerusalem, wurde erst unter David erobert.
2 ) Bergl. Note 10.