Mose's Tod.
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fruchtbaren Gefilde zwischen Arnon und Jabbok verweilen, es mußtenAnstalten getroffen werden, über den Jordan zu setzen. Dabeizeigte sich der Uebelstand, welcher die Eroberung der Besitzungenvon Sichon und Og nach sich gezogen hatte. Die Stämme Gabund Reuben und ein Thcil des Stammes Manaffe erklärten miteinem Male, daß sie in dem eroberten Lande bleiben wollten, weiles weidenreich und günstig für ihre zahlreichen Vieh- und Kameel-Heerden sei. Es klang, als wollten sie sich vom gemeinsamen Ver-band lossagen und eine selbstständige Existenz als Wanderstämmeführen. Es war ein neuer Schmerz für Mose. Er machte ihnenwegen ihrer Absonderung bittere Vorwürfe, mußte ihnen aber dochnachgeben, daß sie das eroberte Land behalten sollten; nur mußtensie versprechen, daß ihre kriegstüchtigen Männer zur Hilfe derBruderstämme über den Jordan ziehen würden. So entstand eineigner Landestheil, der der dritthalb Stämme oder der jen-seitige (Uber ba-llaräsn, Usräa), welcher gar nicht in Aussichtgenommen war. Sein Besitz hatte mehr nachtheilige als vorteil-hafte Folgen für den Verlauf der Geschichte. Der Jordan bildeteeine Scheidegrenze zwischen den diesseitigen und jenseitigen Stämmen,und ihre Kraft war dadurch getheilt. Die dritthalb Stämme warenAngriffen von angcsiedelten Völkerschaften und von Wanderstämmenausgesetzt, und ihre diesseitigen Bruderstämme konnten ihnen nichtimmer zur Zeit der Gefahr rasche Hilfe zukommen lassen. DieSonderexistenz der Gaditen, Reubeniten und Manassiten hemmteauch die innere Entwickelung; den Einflüssen fremder Elemente wardadurch mehr Spielraum gewährt.
Die übrigen Stämme waren schon gerüstet, über den Jordanzu setzen, als der große Führer Mose aus dem Leben schied. Wennsämmtliche Israeliten seinen Tod dreißig Tage beweinten, so habensie nicht zuviel gethan, denn sein Verlust war unersetzlich. Siefühlten sich mit Recht verwaist. Keiner unter allen Gesetzgebern,Staatenstiftern und Volksbildnern kann mit Mose in Vergleichkommen. Er hat nicht blos aus einer Sklavenhorde in der aller-ungünstigsten Lage ein Volk geschaffen, sondern ihm auch dasSiegel der Unvergänglichkeit aufgedrückt. Er hat dem Volksleibeeine unsterbliche Seele eingehancht. Er hat seinem Blick Idealegezeigt, denen es nachstreben, und an deren Verwirklichung oderNichtverwirklichung sein Wohl oder Wehe geknüpft sein sollte,