bilden den Grundton der ganzen hebräischen Literatur. Die Offen-barung am Sinai ist durch das Debora-Lied beurkundet, das kaumzwei Jahrhunderte nach dem Auszug gedichtet ist. Die Bnndes-tafeln waren ein uraltes sichtbares Denkmal, welches sich bis zurersten Tempelzerstörung erhalten hat. Die vierzigjährige Wüsten-wanderung betont auch der Prophet Amos. Dieser kann entwederals zweite von Exodus und Numeri unabhängige Quelle angesehenwerden, oder, wenn er diese Quellen vor sich hatte, so erscheinendiese dadurch so alt und echt, daß ein Zweifel dagegen gar nichtaufkommen kann. Das Manna giebt auch die pessimistische Kritik zu.Alle diese Hauptfakta bis zur Eroberung des transjordanischen Ge-bietes lassen sich durchaus nicht anzweifeln, und diese genügen, denhistorischen Anfang zu constatiren. Die Bestandtheile der Gesetzezu zerlegen hat noch zu keinem sicheren Resultat geführt. DieFormeln: Jehovismus, Elohismus, Deuteronomismus oder Mosa'is-mus, Prophetismus, Levitismus, womit die Kritik innerhalb derprotestantischen Theologie operirt, sind Schlagwörter ohne Inhaltgeworden; für die historische Reconstruktion sind sie unbrauchbar,eben so wie jene Hypothesen, welche überall Tendenzen oder Inter-polationen wittern. Für die Anfänge der Geschichte genügt es, daßdie Hauptfakta der Kritik Stand halten. Der Verlauf derselbenvom Einzug in Kanaan bis zur Culminirung unter David undSalomo und von da bis zur rückläufigen Bewegung entwickelt sichaus den gegebenen Verhältnissen so naturgemäß, daß man ihn nachdem Gesetz der geschichtlichen Bewegung fast eben so s. xrioi-i con-strnieren könnte. Nur das Eingreifen des Prophetismus in dieGeschichte bildet eine Anomalie; aber auch die Prophetie ist einFaktum, das nicht abgeleugnet werden kann (vrgl. Note 2). Siemuß in den Geschichtsprozcß eingereiht werden.
An der prophetischen Literatur hat die Geschichte des israeliti-schen Volkes eine beurkundete Quelle, wie sonst keine Geschichteirgend eines Volkes. Von der Zeit an, wo die großen Prophetenauftraten, bis zum Untergange des judäischen Reiches und nochdarüber hinaus, von Amos bis Jeremias und Ezechiel, gebendie prophetischen Reden nicht blos die Thatsachen aus der nochvibrirenden Aktualität und die treuesten Zeitbilder, sondern auch dieStimmungen, wie sie in jeder Zeit geherrscht haben, anschaulich wieder:die Zuckungen des Schmerzes und der Freude, Furcht und Hoffnung,