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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
Entstehung
Seite
XI
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Wundersucht. Sonst würden sie die Israeliten nicht zu den Semi-ten zählen oder der semitischen Race nicht eine so krasse Stupiditätaufbürdcn.

Die durch Autopsie unterstützte und geregelte Kritik giebt näm-lich den Werthmesser für die in den biblischen Quellenschriften ent-haltenen historischen Relationen, streift von der Urgeschichte denmärchenhaften Charakter ab und verleiht ihr die Würde geschichtlicherThatsächlichkeit. Mehr aus Taktgefühl, als aus sicherer Erkenntnißhat M. v. Niebuhr das richtige Urtheil ausgesprochen, daß sichdie israelitischen Geschichtsquellen vor allen anderen durch Wahr-haftigkeit und Richtigkeit auszeichnen (Geschichte Assnrs undBabels: S. 5). Durch die Umschau auf dem Schauplatz derGeschichte erkennt man auf Schritt und Tritt das Zutreffende diesesUrtheils. Da, wo in den Quellen die geschichtlichen Fakta lokalindividnalisirt sind, erkennt man an Ort und Stelle nicht blosdie Anschaulichkeit der Schilderung, sondern auch die Treueder Ueberlieferung. Man kann so ziemlich in Gedanken dengeschichtlichen Vorgängen folgen. Die Untersuchung ist daher bei-nahe gleichgültig, ob die Quellen, welche die Fakta überliefern, einer-älteren oder jüngeren Zeit angehören. Diese Unterscheidung hatnur Werth für die Beurtheilung der Zustände und Gesetze, oder desBleibenden, aber nicht für die Schätzung der Ereignisse und ihrerVerkettung, oder des Fließenden in der Geschichte. Hier kommtes lediglich auf die Treue und Zuverlässigkeit der Ueberlieferung an,und diese wird durch die Bestimmtheit der Localität verbürgt.Die Relationen in- den Büchern Josua, Richter, Samuel undKönige, so weit in ihnen topographische Bestimmtheit ange-troffen wird, erweisen sich eben dadurch als echt historisch, mögendie Schriften früher oder später redigirt worden sein. Freilich dieReden, welche die historischen Persönlichkeiten bei gewissen Gelegen-heiten halten, können eben so wenig auf stenographische Treue An-spruch machen, wie die oratorisch zugespitzten Monologe oder Dialoge,welche griechische und lateinische Historiker den Helden der Geschichtein den Mund legen. Das gesprochene Wort, wenn es nicht augen-blicklich sestgehalten wird, kann seiner Natur nach nicht in seinerUrsprünglichkeit überliefert werden; es erleidet im Verlaufe derZeit Veränderungen, wird verbessert oder verschönert und erhältöfter eine tendenziöse Spitze. Ebenso verhält es sich mit Zahlen-