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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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Die Bergkegel, die sich um diese schlängelnden Thäler, das Meer,der im Frühjahr rauschende Jordan, die Schneehäupter des Hermonund Libanon, die tropische Gluth am todten Meer, der lieblicheThalgrund an der Jordanquelle und am Fuße des Hermon, derklare Spiegel des Tiberiassee's mit seinem heißen Sprudel, diewunderbare Durchsichtigkeit der Luft, die regelmäßigen Regennieder-schläge sind noch so, wie vor Jahrtausenden. Sie allein geben denzuverlässigsten Kommentar zur Bibel und den Schlüssel znm Ver-ständniß der Dunkelheiten in der biblischen Geschichte und in dereigenartigen biblischen Poesie. Verändert ist zwar das Land, woeinst Milch und Honig floß; das Auge erblickt überall außerordent-liche Verödung. Die Bergkegel sind größtentheils kahl geworden;die Romantik der Löwen, Panther, Hyänen und Bären ist mit demWalddickicht verschwunden; die Palmenhaine sind nicht mehr anzu-treffen, nur hier und da vereinzelte Ueberbleibsel; die Hafcnplätzesind versandet; Fahrstraßen giebt es nirgends mehr, kaum Wege-spuren für den Reiter. Die Felder sind zum größten Theil unan-gebaut. Aber da, wo die menschliche Hand den Boden bearbeitet,erscheint eine außerordentliche Fruchtbarkeit. Die Thäler, auch dienicht angebauten, sind mit mannshohen wilden Pflanzen bedeckt underscheinen wie saftige Wiesen und blumenreiche Auen. Olivenbäumesind noch zahlreich vorhanden, wenn auch nicht in dichten Hainenzusammengedrängt. Hier und da stößt man auf Gärten von gold-glänzenden, würzigen Orangen und saftigen Feigen. Es sind Zeugenvon der ehemaligen Fülle und Schönheit des Landes, als noch dieBerge mit Walddickicht bedeckt waren, und die Einwohner in dieThäler Saaten gestreut und die Berglehnen mit Weinstöcken bepflanzthaben. Aus der Verödung heraus kann man doch, die ursprünglicheBeschaffenheit des Landes erkennen und finden, daß in der Thatin demselben Milch und Honig floß.

So außerordentlich wichtig, ja, so unerläßlich die Autopsie desLandes für das Verständnis; der biblischen Quellenschriften ist, soreicht sie allein doch nicht dafür aus. Viele Touristen, Engländer,Amerikaner, Franzosen, Deutsche wenig haben in den letztenDecennien Palästina zum Zwecke historischer oder archäologischerForschung nach allen Richtungen hin bereist und haben doch diebiblische Geschichte wenig gefördert. Bei Mehreren ist es auf ihreUnkenntnis; der Ursprache zurückzuführen; sie mußten sich mit Ueber-