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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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an der Münchener Universität inne hatte, zu besuchen unddann mit dessen Familie noch einige Zeit im Bade Reichenhallder Ruhe zu pflegen. Kurz vor der geplanten Abreise nachMünchen befiel ihn in Karlsbad, wo er sich nicht schonte, einetiefe Ohnmacht, so daß die Arzte seine Frau dringend zur Rück-reise nach Breslau mahnten. Er jedoch hielt diese Vorsichtfür übertrieben, erklärte sich wohl schießlich zur Heimkehr bereit,nur die Reise nach München wollte er nicht aufgeben. Daselbstangekommen, wurde er in der Behausung seines Sohnes amAbend vom 6. ans den 7. September von einer heftigen Kolikangefallen. Dieselbe wurde vom Arzt durch Opium beruhigt,so daß er bald hernach zu Schlaf kam. Als seine Frau früham Morgen sein Befinden beobachten wollte, fand sie ihnleblos im Bette vor, ein Herzschlag hatte in der Nacht zum7. September 1891 seinem arbeitsvollen und erfolgreichenLeben ein immer noch allzu frühes Ziel gesetzt. Die Leichewurde nach Breslau übergeführt und drei Tage später auf demdortigen Friedhofe unter zahlreicher Beteiligung seiner Schülerund allgemeiner Teilnahme zur letzten Ruhe bestattet.

Die Gattin, welche nur noch dem Andenken ihres hoch-gefeierten Mannes lebte ch, hat es als eine Ehrenschuld an-gesehen, sein letztes Lebenswerk, das im Manuskript fast fertigvorlag, von dem erst einige wenige Bogen durch die Pressegegangen waren, zu Ende zu führen. Professor W. Bacherzu Budapest, ein Schüler von Graetz, der sich durch seineEditionen und Studien zur Geschichte der hebräischen Gram-matik und Exegese einen angesehenen Namen erworben, hattedie Redaktion übernommen; derselbe war überdies gezwungen,ein beträchtliches Stück aus den Propheten, welches durch einenunglücklichen Zufall abhanden gekommen war, aus anderwei-tigen Notizen zu ergänzen. Ein solcher Unstern waltete über

i) Marie, geb. Monasch aus Krotoschin, verstarb am Abend des 31. Mai1900. Eine stattliche, schlanke Figur, mit angenehmem Äußeren und vongemessenem, zurückhaltenden Wesen, verband sie Freundlichkeit und Taktund verstand es, auch dem srcundschastlichen Verkehr einen gewissen feier-lichen Anstrich zu geben. Über dem Verhältnis zu ihrem Gatten schwebtebis zum letzten Tage eine Art bräutlichen Schimmers. Infolge des Altershatten in der letzten Zeit ihre körperlichen und geistigen Kräfte nachzulassenbegonnen. Da war es rührend zu sehen, wie ihre Züge, sobald die Redeauf ihren verstorbenen Gatten kam oder cs sich um dessen Schriften handelte,sich alsdann belebten, sie an der Unterhaltung oder Verhandlung vollen Anteilnahm und ihre Geisteskräfte nichts zu wünschen ließen.