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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
Entstehung
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unberechenbare, selbst irrationelle Wendung erhalten haben.Es kann überhaupt doch nicht Wunder nehmen, wenn beieinem geschichtlichen Riesenwerk von zwölf umfangreichenBänden, wo stets durch das Unterholz kleinlicher Einzel-berichte der zu einer pragmatischen Betrachtung des Geschehensführende Pfad aufgefunden wird, neue Tatsachen oder dochneue Gruppierungen ermittelt werden einzelne Inkorrekt-heiten, menschliche Versehen und Verstöße mitunterlaufen.Derartige Mängel und Schwächen verschwinden vor dem Reich-tum des Dargebotenen, vor der Größe der Leistung. Per-spektive, lebendige Charakteristik, scharfe Zeichnung, leuchtendesKolorit verdankt die jüdische Geschichte einzig und allein seinerphantasievollen Feder; er hat dadurch neue Probleme angeregt,hat d i e h i st o r i s ch e n Typen geschaffen, erhat gleichsam das ganze Karten netz fürdie jüdische Geschichte v o r g e z e i ch n e t. Alssein höchstes, von keinem anderen bisher erreichtes Verdienstmuß jedoch gerühmt werden, daß er durch sein gemeinfaßliches,hinreißendes Wort sich in allen Schichten seiner Glaubens-genossen Eingang verschafft^),, in ihnen das Bewußtsein einer

i) Graetz hat mit großem Geschick, um de» Fluß der Erzählung nichtdurch trockene, gelehrte Exkurse zu unterbrechen, jeden Band seines Werkesin zwei Teile geschieden, gleichsam in einen exotcrischen Teil, für alle zu-gänglich, und in einen esoretischen, für den Fachmann bestimmt. Der letztereTeil befindet sich am Schluß als Beigabe und enthält den gelehrten Noten-apparat, in welchem über die Methode, über die mehr oder minder zwingendenSchlußfolgerungen und Voraussetzungen, die zu den in der Geschichtsdar-stcllung vorgetragenen Resultaten geführt haben, Rechenschaft gegebenwird, in welchem alles niedergelegt ist, was der Verfasser als Gelehrter, anneuen Tatsachen, Daten und Gruppierungen gefunden und gefördert hat.In diesen Noten, die in gewissem Sinne die Werkstatt darstellen, um denvom Verfasser selbst herbeigeschafften wissenschaftlichen Rohstoff zu den fürden Gcschichtsausbau geeigneten Werkstücken zu verarbeiten, ist ein ebensoreiches, wie neues Material nicht bloß aus handschriftlichen Funden, sondernoft aus ganz unvermuteten, scharfsinnig ausgespürtcn und entlegenen Quellenzusammengetragen. Eine staunenswerte Fülle von Gelehrsamkeit wirdaufgespeichert und für die wissenschaftliche Forschung nutzbar gemacht undall dies meist so gründlich durchgearbeitet und so klar durchleuchtet, daß dieserTeil schon für sich allein eine wissenschaftliche Leistung ersten Ranges bedeutet.Diese Noten werden von dem unvergeßlichen David Kaufmann f. A. sehrtreffend den Kellern einer Zettclbank verglichen, in denen das kostbare Edel-metall und der reiche Barvorrat gelagert wird, um die in Umlauf befindlichenScheine und Wechsel jederzeit zum vollen Wert einlösen zu können. Ingleicher Weise sollen die Noten für die Ausführungen des Textes die erforder-lichen Garantien bieten und ihre Zuverlässigkeit auch dort sichern, wo sie aufbisher unbekannte Forschungen Hinweisen.