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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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seitens Zacharias Frankels, sich einer Versammlung konser-vativer Richtung anzuschließen, die der letztere im September1846Z nach Dresden berufen wolle, um über religiöse Tages-sragen zu beraten und zu geschlossenem Vorgehen sich zueinigen.

vr. Zacharias Frankel hatte zu Dresden gleich am An-fang seiner Laufbahn eine überaus wirkungsvolle Tätigkeitentfaltet, um den politischen Druck, der in der sächsischenHeimat auf seinen Glaubensgenossen lastete, inssonders betreffsder Eidesleistung, zu mildern; trotzdem war er wesentlicheine wissenschaftliche Natur. Mit einer umfassenden Kenntnisdes Talmuds ausgestattet und ihn kritisch durchdringend,war er der erste, der den Grund zu einer modernen Erforschungdieses Schriftwerkes legte; er hatte es sich zur Lebensaufgabegestellt, das klassische Studium des Talmuds zu begründenund die Halachah nach ihrer Entwickelungsgeschichte zu ver-folgen. Schon seine schriftstellerischen Erstlingswerke ver-rieten in der gründlichen, peinlich sorgfältigen und zuver-lässigen Art ihrer Forschung den ernsten und hervorragendenGelehrten und sicherten ihm in der wissenschaftlichen Weltein hohes und unbestrittenes Ansehen.

Als die reformatorischen Bestrebungen innerhalb derdeutschen Judenschaft in immer lebhafteren Fluß gerietenund immer größere Wellenringe zogen, als man einerseitsRabbinerversammlungen plante, um die angestrebten Neue-rungen in ein System zu bringen und zu sanktionieren, undman anderseits aus Mißtrauen gegen die Stimmführer fürchtete,daß durch die Beschlüsse und Kundgebungen einer derartigenVersammlung bedenklicher Zündstoff in die Gemeinden ge-worfen werden würde, hielt Frankel es für geboten, seine bis-herige Zurückhaltung aufzugeben und in die religiöse Bewe-gung mit einzugreifen. Er trat daher 1844 mit einerZeit-schrift für die religiösen Interessen des Judentums" hervor,welche vierteljährlich erscheinend, einen streng wissenschaft-lichen Charakter tragen und zugleich die religiösen Tages-fragen behandeln sollte. Ein Theologe von Besonnenheit,Welterfahrung und Duldsamkeit, vertrat er den Standpunkt,

i) Ursprünglich war hierzu der 15. Oktober angesetzt; es wurde abervon vielen Seiten der September als der geeignetste Monat bezeichnet.