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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
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einen so tiefen Widerwillen, daß er hierfür keine Schonungund Rücksicht kannte. Geiger ist von ihm nur ein einzigesoder noch ein anderes Mal besucht worden.

Gleich nachdem sich Graetz in den Hörsälen seiner Fakultätorientiert hatte, sprach er bei den beiden rabbinischen Partei-häuptern vor, worüber sein Tagebuch folgendes berichtet:DieBekanntschaft des Rabbiners Tiktin habe ich gemacht. O, wiehabe ich immer in Ehrfurcht dagestanden, als ich auf den erstenBlättern der den geharnischten Namen Tiktin ansah.

Wie Karl der Große in seiner eisernen Rüstung den Nahendenin gebührender Entfernung hielt, so schien mir das Ansehenjener theologischen Ritter, gehoben durch die langen Bärteund die eminenten spanischen Rohrstöckeund den talmudischenStaub. Da saß ich neben einem Abkömmling jener rabbinischenAch, wie gesunken sind sie. lempora, mntantur etnos inntamnr in illis. Wohl ist noch die imposante Körperhöhe,noch der spanische Rohrstock vorhanden. Aber das Ensemble,das nicht mit Worten zu fassende Etwas fehlt. Neben denRabbiner stelle ich nolens volens den Or. Geiger, ein kleines,hageres Männchen. Weshalb er so ganz besonders freundlichgegen mich war, weiß ich nicht. Von Hirsch haben wir nochnicht gesprochen und werden wir höchst wahrscheinlich nichtsprechen. Aber, o Gott! wie weit ist es gekommen! vr. Freundwagt es, in Gegenwart von 60 Juden, an deren Spitze ein 2 ^sitzt, Worte, wie rabbinisch verkehrte Schlußfolgerungen aus-zusprechen. Der Cicero und Plato sollen also gegen'rabbinischeVerkehrtheiten gelesen werden. Minder Tausend!"

Als im März 1843 der starre und zähe Kämpe des altenJudentums, Salomo -Tiktin, ein todwunder Löwe, der letzteeines talmudischen Löwengeschlechts, von seiner Niederlage insInnerste getroffen, durch sein Ableben den Schauplatz räumte,staud Geiger auf der Höhe seines Ruhmes. Schon lange warkeines Rabbiners Name in der ganzen deutschen Judenheitso sehr bekannt und genannt, so in aller Munde wie derjenige

Talmudische Werke des R. Isaak Alfassi.

2) Ein großer, schwerer, mit irgend welchem Zierrat am Grifs geschmückterStock wurde in Polen wie ein Emblem des Rabbinats getragen und gebraucht.2) Giganten oder Heroen. Graetz spielt hier mit dem Worte.

H Ein Philologe von Ruf, der in der lateinischen Lexikographie Be-deutendes geleistet.