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1 (1873) Geschichte der Israeliten von ihren Uranfängen (um 1500) bis zum Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) : nebst synchronistischen Zeittafeln
Entstehung
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lange schmerzlich vermißte, das schien nun mit einem Male ineinem jungen Theologen erstanden zu sein. SamsonRaphael Hirsch, Rabbiner zu Oldenburg, warin der genannten SchriftNeunzehn Briefe" gewandt, beredtund tapfer für die volle Geltung sämtlicher Religionsgesetzeeingetreten und verhieß, die alten Religionsformen mit neuemGeist zu beleben. Schon durch die Kühnheit, einen solchenStandpunkt mit allen seinen Konsequenzen unumwunden zuvertreten, wirkte diese Schrift in jüdischen Kreisen geradezu alsein sensationelles Ereignis; in Graetz' nach einem Halt suchendesGemüt fiel sie wie ein Lichtstrahl, um ihn die Spur erkennenzu lassen, der folgend er seine Ideale finden sollte. Er selbstberichtet:Oft sprach ich mit B. B. davon (nämlich von reli-giösen Zweifeln), denn nur vor diesem konnte ich über solcheDinge meine Meinung äußern. Dann brachte er vor, wiesehr eine Reform bei dem allmählichen Verfall der Religionnotwendig sei. Ich wußte aber, daß eine Reform, das heißtAuslassung einiger mit dem Ganzen verflochtener Gesetze, dasganze Gesetz aufhebeu würde. Wie angenehm mußte mir alsoein neues Buch sein, ">22Neunzehn Briefe über dasJudentum, an 0 ny m", worin ich eine noch nie gehörte odergeahnte Idee des Judentums mit überzeugenden Argumentenfand, wie dieses die beste Religion und zum Heile der Menschennotwendig ist. Mit gierigen Blicken sog ich die Sätze darinein, und so abtrünnig ich dem Talmud vorher gewesen, so söhntedieses Buch mich mit ihm aus, und ich kehrte zu ihm wie zueiner untreu gehaltenen, aber treu gefundenen Geliebten zurück,nahm mir vor, ihn womöglich zu ergründen, ihn philosophischzu lernen und, da mir viele weiß machten, ich könne ein so-genannter studierter Rabbiner werden, dessen Wahrheit undNützlichkeit allen zu zeigen. Sogleich setzte ich mich daran,fing den ersten Folianten an und das erste BuchMoses, mit großem Vergnügen über jedes nachdenkend, nichtwie über Altertumsmonumente, sondern wie über ein gött-liches, dem Menschen Heil bringendes Buch. Dazu kamen mirdie wenigen Kenntnisse, die ich hier gesammelt,- worunterauch die Theologie, die ich jetzt erst als eine Kenntnis beachtete,Geometrie, da ich von Euklides beinahe die ersten drei Büchergelernt, und Geschichte gut zu statten."

Damit war aber in Wollstein seines Bleibens nicht mehr,