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12 (1851) Der Wildtöter : eine Erzählung
Entstehung
Seite
695
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hatte Euch für einen Mann gehalten, der sein Glück finden könntein einer ruhigen, heimlichen Häuslichkeit, mit einem ergebenen,liebenden Weib, das bereit wäre/ auf alle Eure Wünsche zuachten, und gesunden, pfiichtmäßigcn Kindern, bestrebt in EureFnßtapfcn zu treten, und so redlich und gerecht wie Ihr selbst."

Herr Gott, Judith, was für eine Zunge wißt Ihr zu füh-ren! Sprache und Schönheit gehen Hand in Hand, gleichsam;und was die eine nicht kann, das leistet desto gewisser die andere!Ein solches Mädchen könnte in einem Monat den mannhaftestenKrieger in der Colonie verderben!"

Und irre ich mich denn so sehr? Liebt Ihr wirklich denKrieg mehr, Wildtödtcr, als den häuslichen Heerd und die zärt-lichen Gefühle?"

Ich verstehe Eure Meinung, Mädchen ja, ich verstehe,glaube ich, was Ihr meint, obwohl Ihr mich, so denkeich, nichtganz versteht. Einen Krieger darf ich mich jetzt nennen, denke ich,denn ich habe gekämpft nicht nur, sondern auch gesiegt, und dasist genug, um diesen Namen zu führen; auch will ich nicht läug-nen, daß ich eine Neigung für den Beruf habe, der männlich sowohlals ehrenvoll ist, wenn man ihn übt nach natürlichen Gaben: aberich habe kein Verlangen nach Blut. Jndeß, Jugend ist Jugend,und ein Miugo ist ein Mingo. Wenn die jungen Männer dieserGegend müsfig ständen, und die Vagabunden das Land über-schwemmen ließen, ha! so könnte» wir eben so gut Alle auf ein-mal Franzmänner werden, und Land und Leute preisgcben. Ichbin kein Feucresser, Judith, oder Einer, der den Kampf um desKampfs willen liebt; aber ich kann keinen großen Unterschied sehenzwischen dem, daß man das Land abtritt vor einem Krieg, ausFurcht vor einem Krieg, und dem, daß man es abtritt, nacheinem Krieg, weil man nicht anders kann wenn nicht der, daßletzteres das Mannhaftere und Ehrenhaftere ist."

Kein Weib würde je wünschen, zu sehen, daß ihr Gatte