Druck mit Wärme. Dann wieder seinen erworbenen StoicismnSannehmcnd, den man so häufig für angeborne Gleichgültigkeit hielt,stand er mit Fassung und Zurückhaltung auf, und schickte sich an,von seinem Freunde mit aller Würde sich zu trennen. Wildtöbterjedoch war natürlicher: und er hätte sich wohl gar Nichts darausgemacht, seinen Gefühlen ganz freien Lauf zu lassen, hätte ihnnicht das Benehmen und die Sprache Judith'S vor einer kleinenWeile mit geheimer, ovwokl unbestimmter Besorgniß vor einerScene erfüllt. Er war zu bescheiden, um die Wahrheit hinsichtlichder wahren Gefühle dieses schönen Mädchens zu ahnen, währender zu gut beobachtete, als daß er nicht ihren innern Kampf hättebemerke» sollen, der sie so oft einer Entdeckung ihres Geheimnissesso nahe gebracht hatte. Daß etwas Außerordentliches in ihrerBrust sich verberge, war ihm augenfällig genug; und vermöge einesmännnlichen Zartgefühls, das der feinsten und höchsten BildungEhre gemacht haben würde, scheute er zurück vor einer Offen-barung dieses Geheimnisses, welche später das Mädchen selbst hättereuen können. Daher beschloß er, jetzt aufzubrechcn, und das ohneweitere Kundgebung von Gefühlen von seiner Seite oder von Andern.
„Gott segne Euch! Schlange — Gott segne Euch;" rief derJäger, als das Canoe von der Plattform abstieß, „Euer Manitouund mein Gott allein weiß, wann und wo wir uns wieder sehen;ich werde es für einen großen Segen nnd für eine reichliche Be-lohnung des wenigen Guten ansche», das ich etwa auf Erden ge-than, wenn es uns vergönnt sepn wird, im andern Leben einanderzu erkennen und mit einander zu verkehren, wie wir in diesenlustige» Wäldern vor uns so lange gethan haben!"
Chingachgook winkte mit der Hand — das leichte Tuch, das ertrug, über den Kopf ziehend, wie ein Römer seinen Schmerz inseine» Gewändern verbarg, entfernte er sich langsam in die Arche,um allein seinem Kummer und seinen Gedanke» nachzuhängen.Wildtödter sprach nicht eher wieder, als bis das Canoe halbwegs