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12 (1851) Der Wildtöter : eine Erzählung
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Gewand, über den Wald ausgebrcitet, wie es keine Schönheit derStadt in alle» Läden Amcrika'S zusammensuchen könnte. DieErde ist in einen, ewigen Kreislauf begriffen, und die Güte Gottesführt wieder das Angenehme zurück, wenn wir des UnangenehmenGenug gehabt haben. Aber nicht ebenso ist es mit dem gutenAussehen. Das ist nur für eine kurze Zeit i» der Jugend ver-liehen, um benützt und nicht mißbraucht zu werden; und da ich nieein Mädchen sah, gegen das die Vorsehung so gütig gewesen wäre,wie gegen Euch, Judith, in diesem Punkte, warne ich Euch, gleichsammit dem letzten Hauche meines Mundes, daß Ihr Euch hütet vordem Feinde; Freund oder Feind, je nachdem wir mit der Gabeumgehen."

Es war Judith so angenehm, diese unzweideutige Anerkennungihrer persönlichen Reize zu vernehme», daß sie dem Manne, ausdessen Munde sie kam, er hätte sehn mögen wer er wollte, Vielverziehen hätte. Aber in diesem Augenblick, und in Kraft einesweit edlere» Gefühls von ihrer Seite, wäre es für Wildtödtersehr schwer gewesen, sie ernstlich zu beleidige»; und sie lieh ihmmit einer Geduld ihr Ohr, von welcher zu hören sie, wenn manihr nur acht Tage zuvor dieß hätte Vorhersagen wollen, mit Ent-rüstung sich würde gesträubt haben.

Ich verstehe Eure Meinung, Wildtödter," versetzte dasMädchen mit einer Milde und Demuth, welche den Andern einWenig überraschte,und hoffe mir, was Ihr sagt, zu Nutzemachen zu können. Aber Ihr habt nur Einen der Feinde ge-

nannt, die ich zu fürchte» habe; Wer, oder Was, ist der andere."

Der andere entweicht vor Eurem guten Verstand und Nrtheil,wie ich finde, Judith; ja, er ist nicht so gefährlich, wie ich dachte.Jndeß, da ich einmal den Gegenstand berührt habe, ist es Wohldas Beste, redlich Alles zu Ende zu sagen. Der erste Feind, gegenden Ihr wachsam sehn müßt, wie ich Euch schon gesagt, Judith,ist ein ungewöhnlich gutes Aussehen, und der zweite ist: einDer Wildtörtcr. g. Aufl. Z7