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12 (1851) Der Wildtöter : eine Erzählung
Entstehung
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auf einige Punkte stieß, welche starke Nehnlichkeit hatten mitBriefen, die zu erhalten ihr Schicksal gewesen war. Einmallegte sie wirklich das Packet hin, beugte ihr Haupt ans die Knieenieder, und schien beinahe Krämpfe zu bekommen. Wildtödter saßdiese ganze Zeit über da, ein stummer aber aufmerksamer Beob-achter von Allem, was vorging. Wenn Judith einen Brief gelesen,gab sie ihn'ihm, »m ihn zu halte», bis sie den nächsten las; aberdieß schien ihren Genossen in keiner Weife aufzuklärcn, da er desLesens gänzlich unkundig war. Doch war er nicht ganz auf demfalschen Wege in der Deutung und Enträthselung der Leidenschaften,die in der Brust des schönen Wesens neben ihm kämpften, und daihr von Zeit zn Zeit leise gemurmelte Sätze und Ausrufe ent-schlüpften, war er in seinen Ahnungen oder Vermuthungcn derWahrheit näher, als dem Mädchen lieb gewesen wäre, wahr-zunehmen.

Judith hatte begonnen mit den frühesten Briefen, was günstigwar für ein schnelles Vcrständniß der Geschichte, die sie enthielten;denn sie waren sorgfältig in der Zeitfolge geordnet, und offenbar-ten Jedem, der sich die Mühe nahm, sie zn dnrchlese» , eine traurigeGeschichte von befriedigter Leidenschaft, Kälte und endlicher Abnei-gung. Wie sie den Schlüssel dieses Inhalts gewonnen hatte,duldete ihre Ungeduld keinen Aufschub, und sie überlief rasch mitdem Auge ein ganzes Blatt, um auf die möglichst kurze Weisehinter die Wahrheit zn kommen. Mittelst dieses Verfahrens, zudem Alle, die verlangend sind, ein Resultat zu erreichen, ohne sichmit Details zu belästigen, so gerne greifen, schritt Judith sehrschnell vor in dieser traurigen Enthüllung von ihrer Mutter Fehl-tritten und Strafe. Sie sah, daß der Zeitpunkt ihrer Geburtdeutlich bezeichnet war, und erfuhr selbst, daß der einfache Name,den sie trug, ihr von dem Vater gegeben ward, von dessen Personsie einen so schwachen Eindruck behalten hatte, daß er fast einemTraume glich. Dieser Name war im Text der Briefe nicht