können, dafür steh' ich! Ja, ich lobe mir ein Weib für wahreBeredsamkeit, wenn sie sich nur einmal entschließe», anszusprechen,was sie fühlen. Unter Sprechen verstehe ich aber nicht plaudern,denn das thun die Meisten von ihnen jede Stunde; sondern mitihren ehrlichen, tiefsten Gefühlen in paffenden Worten Heraus-rücken. Und jetzt, Judith, nachdem ich die Antwort eines Roth-hautmädchens habe, muß ich auch die eines Bleichgesichts bekom-men, wenn anders ein so blühendes Gesicht wie das Eurige, irgendso genannt werden darf. Es ist ein schöner Name für Euch:Wilde Rose, und was die Farbe anlangt, sollte man Hetth dieGaißblattblüthe nennen."
„Käme diese Sprache aus dem Mnnde eines der galantenHerren von der Garnison, so würde ich sie verlachen, Wildtödter;aber da sie ans Eurem kommt, kann ich mich, das Weiß ich,darauf verlassen," versetzte Judith, im Innersten geschmeichelt durchseine natürlichen und charakteristischen Complimcnte. „Es ist jedochzn bald, meine Antwort zu verlangen, die große Schlange hatnoch nicht geredet."
„Die Schlange! Herr; ich könnte seine Rede ausrichten, ohneein Wort davon gehört zu haben! Ich dachte gar nicht daran,ihm die Frage auch nur vorzulegen, ich gesteh' es; obwohl esfreilich wohl nicht ganz recht wäre, angesehen daß Wahrheit ebenWahrheit ist, und ich verpflichtet bin, diesen Mingos eben dieThatsache zu berichten, und sonst Nichts. So, Chingachgook, laßtuns Eure Gesinnung hören über diese Sache — sehd Ihr geneigt,Euch nach Eurem Dorfe zu wenden über die Berge, Hist einemHnronen abzntreten, und den Häuptlingen zu Hause zu melden:wenn sie rüstig und glücklich sehen, können sie möglicher Weisedie Spur der Irokesen noch treffen, zwei oder drei Tage, nachdemder Feind ans und davon ist?"
Wie seine Verlobte stand auch der junge Häuptling auf, umseine Antwort mit der gehörigen Deutlichkeit und Würde zu geben.