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nicht um Erneuerung des Geistes. Doch sah sie nie Hetty kniecn, ohnedaß ein Gefühl wehmüihig süßer Erinnerung, so wie tiefer Betrübnißüber die Erstorbenheit ihres eignen Herzens über sie kam. DaShatte fie selbst auch i» der Kindheit gethan und selbst bis zu derStunde ihrer unseligen Besuche in den Garnisonen, und sie hättegern in solchen Augenblicken Welten darum gegeben, wenn sie imStande gewesen wäre, ihre jetzigen Empfindungen zu vertauschengegen den vertrauensvollen Glauben, die reinen, erhebenden Gefühleund die milde Hoffnung, welche jeden Zug und jede Bewegungihrer sonst weniger begünstigten Schwester verklärte». Aber Alleswas sie thnn konnte, war, daß sie ihr Haupt auf die Brust sinkenließ, und in ihren Geberden und Haltung Etwas von der Andachtannahm, in welche recht einzustimmen ihr verstockter Geist sich weigerte.
Als Hetty nach ihrem Knieen wieder aufstand, zeigte ihreMiene einen Glanz und eine Heiterkeit, die ein immer angenehmesAngesicht wirklich schön machten. Ihr Gemüth hatte Frieden, undihr Gewissen sprach sie wegen Versäumniß ihrer Pflicht frei.
„Jetzt magst Du gehen, wenn Du Lust hast, Judith," sagte sie;„Gott ist gütig gegen mich gewesen, und hat mir eine Last vom Herzengenommen. Mutter hatte viele solche Lasten, so pflegte sie mir zusagen, und schaffte sie sich immer auf solche Weise vom Herzen.
Es ist die einzige Weise, Schwester, wie man so etwas thun kann.Einen Stein, oder ein Stück Holz kannst Du mit der Hand auf-heben; aber das Herz muß durch's Gebet erleichtert werden. Ichmeine, Du betest nicht mehr so oft, Judith, als da Du jünger wärest."
„Laß das — laß das, Kind," antwortete Judith mit hohlerStimme — „davon handelt es sich jetzt nicht. Mutter ist dahin,und Thomas Hutter ist dahin, und die Zeit ist gekommen, wo wirfür uns selbst denken und handeln müssen."
Während das Canoe sich von der Stelle entfernte, unter denleisen Ruderschlägen der altern Schwester, saß die jüngere insinnendem Brüten da, wie sie Pflegte, so oft ihr Geist durch ?