Druckschrift 
12 (1851) Der Wildtöter : eine Erzählung
Entstehung
Seite
474
Einzelbild herunterladen
 

47L

bieten. Die Gewohnheiten ihres Volks lehrten sie in dieser Be-ziehung Zurückhaltung; und die Art und das Gefühl ihres Geschlechtshieß sie geduldig einen Augenblick abwarten, wo sie ein wohlthuen-des Mitgefühl durch die That statt mit Worten an den Tag legenkönnte. Chingachgovk hielt sich in ernster Zurückhaltung etwas ent-fernt, wie ein Krieger drein schauend, aber fühlend wie ein Mensch^

Judith trat zu ihrer Schwester/mit einer Würde und Feier-lichkeit in ihrem Wesen, wie es sonst nicht in ihrer Art war znzeigen; und obwohl auf ihrem schönen Gesicht noch die Schattender inner» Qual sichtbar waren sJ sprach sie doch fest und ohneBeben der Stimme. In diesem Augenblick entfernten sich Hist nndder Delaware, und begaben sich an's andre Ende des Fahrzeugszu Hurry.

Schwester," begann Judith freundlich,ich habe Dir Vielzu sagen; ,'wir wollen in dicß Canoe steigen nnd ein Wenig vonder Arche weg rudern^ die Geheimnisse von zwei Waisen dürfennicht von jedem Ohr' vernommen werden." I

/^Aber gewiß, Judith, von dem Ohr ihrer Eltern. Laß Hurryden Anker lichten und mit der Arche wegfahren, und uns hier alleinlassen, neben den Gräbern von Vater und Mutter, damit wir unssagen, was wir zu sagen haben."

Vater!" wiederholte Judckh langsam, und das Blut stieg ihr,zum erstenmal wieder, seit sie sich von March getrennt, in dieWangen;er war nicht unser Vater, Hetty. Das haben wiraus seinem eignen Munde, und zwar iu seiner Sterbestunde."

Freust Du Dich, Judith, zu erfahren, daß Du keinen Vatergehabt hast? Er sorgte für uns, und nährte uns, und kleidete uns,und liebte uns; ein Vater hätte nicht Mehr thuu können. Ichverstehe nicht, warum er nicht unser Vater war."

Laß das, liebes Kind, aber wir wollen thun, wie Dugesagt Haft. Es ist Wohl gut, wenn wir hier bleiben unddie Arche ein Wenig weiter fahren lassen. Setze Du daS