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einigermaßen aus Rücksicht für seinen Zustand, aber wenn mau dieWahrheit gestehen soll, ebenso sehr auch, damit nicht, was erbei einer weitern Erläuterung etwa hinzufngte, den angenehmenGlauben störte, daß sie nicht Thomas Hntter's Kind sch. Endlichtrocknete Hetty ihre Thränen, kam herbei und setzte sich auf einenSchemel neben de» Sterbenden, welcher der Länge »ach auf denBoden gelegt worden war, das Haupt auf einigen abgetragnenKleidern aufliegend, die im Hause zurückgeblieben waren.
„Vater," sagte sie, „Ihr werdet mich Euch Vater nennenlassen, obgleich Ihr sagt, Ihr schd es nicht — Vater, soll ich Euchaus der Bibel lesen — Mutter sagte immer, die Bibel seh gutfür Leute in Nöthen. Sie war selbst oft in Nolh und Unruhe,und dann ließ sie sich von mir aus der Bibel lesen; denn Judithwar nicht eine solche Freundin von der Bibel, wie ich — und esthat ihr immer gut. Oft habe ich es erlebt, daß Mutter anfingzuzuhören, während ihr die Thränen aus de» Augen strömten,und am Ende ganz Lächeln und Heiterkeit war. O! Vater, Ihrwißt nicht, wie viel Gutes die Bibel wirken kann, denn Ihr habtes nie versucht; jetzt will ich Euch ein Kapitel lesen, und es wirdEuer Herz besänftigen, wie cs die Herzen der Huronen besänftigt hat."
Während die arme Hetty so viel Ehrfurcht vor der Tugendder Bibel, und so viel Glaube» daran hatte, war ihr Verstand zuschwach, als daß sie im Stande gewesen wäre, ihre Schönheitenvollständig zu würdigen, oder ihre tiefe, manchmal gehcimnißvolleWeisheit zu ergründen. Jener instinktmäßige Sinn für das Rechte,der sie vor der Begehung eines Unrechts zu schützen schien, undselbst einen Mantel sittlicher Liebenswürdigkeit und Wahrheit umihren Charakter warf, konnte nicht in tiefsinnige Wahrheiten ein-dringen, oder die feinen Fäden der Verkettung zwischen Ursache undWirkung, neben dem in die Angen fallenden und unbestreitbarenZusammenhang, aufstndcn und verfolgen, obwohl sie selten verfehlte,diesen letzter» wohl einzusehen und sich allen gerechten Consequenzen