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12 (1851) Der Wildtöter : eine Erzählung
Entstehung
Seite
451
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Vater" sagte Judith, in unaussprechlicher Angst und Be-trübnis; über seinen jammervollen Zustand, und um so mehr, alssie nicht wußte, welche Mittel anzuwenden wärenVater, könnenwir Etwas für Euch thnn? Kann ich und Hetty Eure Schmerzenerleichtern?"

Vater!" wiederholte langsam der alte Mann.Nein, Ju-dith nein, Hetty ich bin kein Vater. Sie war EureMutter, aber ich bin kein Vater. Seht in dem Schranke nachdort ist Alles mehr Wasser!"^

Die Mädchen erfüllten seinen Wunsch; und Judith, deren frühereErinncrungen viel weiter zurück reichte» als die ihrer Schwester,und die in jeder Hinsicht viel deutlichere Eindrücke von der Ver-gangenheit hatte, empfand, als sie jene Worte vernahm, eine nichtzu unterdrückende Anwandlung von Freude. Es hatte nie vielSympathie zwischen ihrem vermeintlichen Vater und ihr geherrscht,und eine Vermuthung eben dieser Wahrheit hatte oft ihre Seeledurchzuckt in Folge von Gesprächen zwischen Hutter und ihrerMutter, die sie belauscht hatte. Vielleicht gienge es zu weit, wennman sagte, sie habe ihn nie geliebt, aber das darf man keck behaup-ten, sie habe sich gefreut, daß es nicht mehr ihre Pflicht war.Hetty's Empsindnngen waren anders. Unfähig, alle die Unterschei-dungen zu mache», wie ihre Schwester, war sie ihrer ganzen Naturnach voll Zärtlichkeit, und sie hatte ihren vermeintlichen Vatergeliebt, obwohl viel weniger zärtlich als ihre wirkliche Mutter :und es betrübte sie jetzt, von ihm die Erklärung zu hören, daß ernicht durch natürliche Bande zu dieser Liebe berechtigt war. Siefühlte einen doppelten Schmerz, als ob sein Tod und seine Wortezusammen sie doppelt des Vaters beraubten. Ihren Gefühlennachgebcnd trat das arme Mädchen beiseite und weinte.

Die entgegengesetzten Gemüthsbewegungen der beide» Mädchenmachten Beide lange Zeit stumm. Judith reichte dem Leidendenvst Wasser, aber sie enthielt sich, mit Fragen in ihn zu dringen,