432
von der Stelle zu bringen. Aber dennoch hatte dieser Versuchhingereicht, ihn gegen sich selbst mißtrauisch zu machen, und er sahwohl, in welche kritische Lage er und Hist jetzt versetzt waren, fallsdie Huronen das Canoe, das noch unter der Fallthüre lag, nahmenund sich gegen sie wandten^/In einem Augenblick dachte er daran,Hist in das in seinem Besitz befindliche Canoe zu setzen, und sichnach den östlichen Bergen zu wende», in der Hoffnung, durch rascheFlucht die delawarischcn Dörfer zu gewinnen./"Aber manche Be-trachtungen drängten sich auf, um diesen unbesonnenen Schritt zuHintertreiben.) Es war beinahe gewiß, daß Kundschafter den Seeauf beiden Seiten bewachten und kein Canoe so leicht der Küstesich nähern konnte, ohne von den Hügeln aus gesehen zu werden./Dann war eine Fährte vor einem indianischen Auge nicht zu ver-hehlen, und die Kraft Hist's war einer Flucht nicht gewachsen, dieso rasch und unausgesetzt ausgeführt werden mußte, um der Ver-folgung geübter Krieger zu enteilen. Es war dieß eine GegendAmerikas, wo die Indianer den Gebrauch von Pferden noch nichtkannten, und Alles hing von der physischen Kraft der Flüchtigenab^/ Die letzte, aber nicht die geringste Rücksicht war der Gedankean Wildtödter's Lage; ein Freund durfte in seiner Noth nicht soverlassen werden.
l Hist dachte und folgerte in einigen Punkten, ja sie fühlte auchanders, obwohl sie zu demselben Schluß gelangte. Ihre eigeneGefahr beunruhigte sie weniger, als ihre Sorge um die zweiSchwestern, für welche ihre weibliche Sympathie jetzt aufs lebhaf-teste sich betheiligte. Das Canoe der Mädchen hatte sich, bis derKampf zu Ende war, dem Castell auf dreihundert Schritte ge-nähert, und jetzt hörte Judith auf zu rudern, da die Anzeichen desKampfes erst hier dem Auge sichtbar wurden. Sie und Hettystanden aufrecht da, ängstlich bemüht zu erkunden, was vorgefallen,aber außer Stand, sich Gewißheit zu verschaffen, weil das Gebäudegroßcntheils den Kampfplatz verdeckte.