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12 (1851) Der Wildtöter : eine Erzählung
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Sie denkt nicht an die Gefahr, Judith, sondern an die Ehre:und wenn das Herz auf's Aeußerste auf solche Gefühle versessenist, ha, dann bleibt wenig Raum übrig, daß sich die Furcht einschlei- ,

chen könnte. Hist ist eine gutmüthige, sanfte, lachende, angenehmeCreatnr, aber sie liebt die Ehre so sehr als irgend ein delawa-risches Mädchen meiner Bekanntschaft. Sie soll Schlange binneneiner Stunde treffen auf dem Vorsprung, wo Hctty landete; undohne Zweifel hat sie auch ihre Aengste darüber, wie jedes andreWeib; aber sie wäre nur um so glücklicher, wüßte sie, daß ihrGeliebter in diesem Augenblick einem Mingo, seines Skalpeswegen, aufpaßt."

Wenn Ihr das wirklich glaubt, Wildtödter, kein Wunderdann, daß Ihr ei» so großes Gewicht auf die Gaben legt. Ichweiß gewiß, kein weißes Mädchen könnte sich anders als elendfühlen, so lang sie ihren Geliebten in Lebensgefahr wüßte! Auchglaube ich, selbst Ihr, so unerschütterlich und ruhig Ihr immer ,

scheint, könntet schwerlich Ruhe haben, wenn Ihr Eure Hist inGefahr glaubtet."

Das ist ein andres Ding das ist ein ganz andres Ding,

Judith. Das Weib ist zu schwach und zart, um für solche Gefahrenbestimmt zu sehn, und der Mann muß für sie fühlen. Ja, ichglaube fast, das ist ebenso rothc Natur wie weiße. Aber ich habekeine Hist, und werde schwerlich eine bekommen; denn ich halte esnicht für Recht, irgend wie die Farben zu mischen, außer inFreundschaft und Dienstleistungen."

Darin sehd und fühlt Ihr, wie es einem weißen Manneziemt! Was den Hnrrh Harrh betrifft, so glaube ich, ihm wäreAlles gleich, ob sein Weib eine Indianerin oder eine Gouverneurs-Tochter wäre, vorausgesetzt nur, sie wäre ein wenig hübsch, und >

könnte ihm dazu helfen, seinen gierigen Magen immer zu füllen."

Ihr thut March Unrecht, Judith, ja das thnt Ihr! Derarme Kerl ist vernarrt in Euch, und wenn ein Mann sich wirklich