Druckschrift 
12 (1851) Der Wildtöter : eine Erzählung
Entstehung
Seite
240
Einzelbild herunterladen
 

240

Nach wenigen Sekunden standen die Gefangenen den Vornehmstender ste gefangen haltenden Truppe Angesicht gegen Angesichtgegenüber.

Tochter," sagte der älteste Häuptling zn der jungen Delawa-rin,fragt diesen Graubart, warum er in unser Lager gekommen?"

Die Frage ward von Hist in ihrem unvollkommnen Englischgestellt, aber in einer Art, die nicht schwer zu verstehen war.Hutter war von Natur zu trotzig und verstockt, um vor den Folgenirgend einer seiner Handlungen zurückznbeben, und er war auch zugenau vertrant mit Ansichten der Wilden, um nicht einzusehcn,daß Nichts zu gewinnen stehe durch Zweideutigkeiten oder eine un-männliche Scheue vor ihrem Zorn. Ohne Bedenken gestand erdaher die Absicht, in welcher er gelandet, und rechtfertigte ste nurmit dem Ilmstand, daß die Negierung der Provinz hohe Preise fürSkalpe geboten. Dicß offene Geständniß ward von den Irokesenmit sichtlicher Zufriedenheit ausgenommen, nicht sowohl jedoch inBetracht des Vortheils, den es ihnen, vom moralischen Gesichts-punkt angesehen, gewährte, als so fern es ein Beweis war, daßsie einen Mann gefangen, Werth, ihre Gedanken zu beschäftigenund Gegenstand ihrer Rache zu werden. Hurry, befragt, gestandebenfalls dis Wahrheit, obwohl er zur Verheimlichung geneigter,als sein trotziger Genosse gewesen wäre, hätten dis Umstände dieseHandlungsweise besser begünstigt. Aber er besaß Takt genug, umeinzusehen, daß Zweizüngelei in diesem Augenblick nutzlos sehnwürde, und er machte aus der Noth eine Tugend, indem er eineFrcimüthigkeit nachahmte, die bei Hutter das Ergebniß einer ihmzur andern Natur gewordnen Gleichgültigkeit war, indem er nureiner jederzeit rauhen, schroffen und um Folgen für seine Personunbekümmerten Gemüthsart folgte.

Sobald die Häuptlinge die Antworten auf ihre Fragen er-halten, schritten sie schweigend weg, wie Männer, die die Sacheals abgethan betrachteten, und alle Dogmen Hetty's waren