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12 (1851) Der Wildtöter : eine Erzählung
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Herr und Häuptling Aller ist, die da leben, sehn sie rvth oderweiß, oder von welcher Farbe sie wollen?"

Wah-ta!-Wah schien etwas erstaunt über diese Frage; dennder Begriff des Großen Geistes bleibt selten dem Geniüth einesindianischen Mädchens lange fremd. Sie stellte jedoch die Frage,so buchstäblich als möglich übersetzt, und erhielt eine ernste, be-jahende Antwort.

Das ist recht," fuhr Hetth fort,und meine Pflicht wirdjetzt leicht zu erfüllen seyn. Dieser Große Geist, wie Ihr unfernGott nennt, hat ein Buch schreiben lassen, das wir die Bibelnennen; und in diesem Buch sind alle seine Gebote ausgezeichnet,und sein heiliger Wille und Wohlgefallen, und die Vorschriften,nach welchen alle Menschen leben sollen, und Anweisungen, wieman selbst die Gedanken beherrschen soll und die Wünsche undden Willen. Hier, dieß ist eines von jenen heiligen Büchern, undIhr müßt den Häuptlingen erklären, was ich ihnen ans seinenheiligen Blättern lesen will."

Nachdem Hetth dieß gesprochen, zog sie eine kleine englischeBibel ans einem Futteral von grobem Caliko, und handhabte dasBuch mit jener Art von äußerlicher Ehrfurchtsbezengnng, die etwaein Nömischkatholischer einer Neliguie erweisen könnte. Währendsie langsam in ihrem Beginnen fortfnhr, beobachteten die grimmiganssehenden Krieger jede ihrer Bewegungen mit unverwandtenAugen; und als sie das kleine Buch erscheinen sahen, entschlüpfteEinem oder Zweien von ihnen ein leiser Ausruf des Erstaunens.Aber Hetth hielt es ihnen im Triumph entgegen, als erwartete sie,daß schon der Anblick ein sichtbares Wunder thun solle; und dann,ohne Ueberraschung oder Kränkung bei dem Stoictömns der In-dianer blicken zu lassen, wandte sie sich lebhaft zu ihrer neuenFreundin, um ihre Rede fortznsctzen.

Dieß ist das heilige Buch, Hist," sagte sie,und dieseWorte, und Zeilen, und Verse und Kapitel kommen alle von Gott!"