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„Wie Ihr das wissen können? Vielleicht Jedermann Euchheirathe» wollen, und bei Gelegenheit Zunge sagen, was Herzfühlen. Warum Niemand Euch heirathen wollen?"
„Ich bin nicht ganz klug, sagen sie. Vater sagt mir dasoft; und auch Judith manchmal, wenn sie ärgerlich ist, aber ichwürde ans sie nicht so viel geben, als ans Mutter. Sie hat esauch einmal gesagt; und dann weinte und schluchzte sie, alsob ihr das Herz brechen wollte; und so weiß ich, ich bin nichtganz klug."
Hist starrte das sanfte, einfältige Mädchen eine volle Minutean, ohne zu sprechen; und dann schien die ganze Wahrheit aufeinmal dem Geiste der jungen Indianerin hell aufzngehen. Mitleid,Ehrfurcht und Zärtlichkeit schienen in ihrer Brust zu kämpfen;dann plötzlich aufstchcnd, bezeugte sie gegen ihre Genossin denWunsch, sie möchte sie in das nicht entfernt liegende Lager beglei-ten. Dieser unerwartete llcbergang von der Vorsicht, welche Histzuvor anznwendcn sich beflissen gezeigt hatte, um nicht gesehen zuwerden, zu dem Entschluß, ihre Freundin ganz offen zu den In-dianern zu führen, entsprang aus der sicher» Neberzengung, daßkein Indianer ein Geschöpf kränken und beschädigen würde, dasder große Geist entwaffnet, indem er es des stärksten Vertheidi-gnngsmittels, der Vernunft beraubte. In dieser Hinsicht gleichensich alle Nationen von unverdorbnem Gefühl; sie scheinen solchenGeschöpfen freiwillig, in Folge eines der menschlichen Natur Ehremachenden Gefühls, durch ihre Nachsicht den Schutz angedeihenzu lassen, welcher dllrch die nnerforschliche Weisheit der Vorsehungihnen versagt ist. Wah-ta!-Wah wußte in der That, daß beimanchen Stämmen die Geistesschwachen und die Verrückten eine Artreligiöser Verehrung genossen; daß sie von den ungebildeten Be-wohnern des Waldes Achtung und Ehren empfingen statt der Schmachund Vernachlässigung, die unter den anmaßenderen und verdorbe-ne«» Nationen ihr Loos und Theil ist!