Felsen beobachten, und zeitig Nachricht geben konnte von demNahen eines Freundes oder Feindes. Hettp war auch auf einenWachposten gestellt, aber sic sollte nur auf die Bäume über ihnenAcht haben, damit nicht ein Feind einen besteige, und durch voll-ständige Beherrschung des Innern des Fahrzeugs die Verthcidigungdes Häuschens oder der Cajüte vereitle.
Die Sonne hatte sich vom See und Thal zurückgezogen, alsWildtödter die Arche in der genannten Weise stille stehen machte.Doch fehlten noch einige Minuten bis zum eigentlichen Sonnen-untergang, und er kannte die indianische Pünktlichkeit zu gut, umeine unmännliche Hast bei seinem Freunde vorausznsetzen. Die großeFrage war, ob er, umgeben von Feinden, wie man dieß wußte,ihren Netzen zu entgehen vermocht habe. Die Vorfälle der letztenvierundzwanzig Stunden mußten ihm ein Geheimniß seyn, und wieWildtödter war auch Chingachgook noch jung auf dem Kricgspfade.Zwar kam er allerdings gefaßt darauf, der Truppe zu begegnen,welche seine verlobte Braut fcsthielt, aber er hatte keine Mittel,sich über den Umfang der Gefahr, die er lief, zu vergewissern, nochauch über die eigentliche Stellung, welche Freunde und Feinde innehatten. Mit Einem Wort, der geübte und ausgebildetc Scharfblickund die unermüdliche Vorsicht eines Indianers waren Alles, woraufer unter de» bedenklichen Gefahren, denen er sich unvermeidlichaussetzte, angewiesen war.
„Ist der Fels leer, Judith?" fragte Wildtödter, sobald er dieBewegung der Arche gehemmt hatte, da er für unklug hielt, ohneNoth sich der Küste nahe zu wagen. '„Ist Nichts zu sehen vondem Delawarischeu Häuptling?"
„Nichts, Wildtödter. Weder Fels, Küste, Baum noch Seescheinen je eine menschliche Gestalt gekannt zu haben."
„Nehmt Euch in Acht, Judith, — nehmt Euch in Acht, Hetty —eine Büchse hat ein spähendes Auge, einen raschen Fuß, und eineverzweifelt unheilvolle Zunge. Nehmt Euch denn in Acht, aber