Geschlecht geliebt, sondern am meisten Euer Herumstreifen undEure Lebensweise liebt?"
„Das ist's — genau das ist's. Ich bin weiß — habe einweißes Herz, und kann billigcrwcise nicht ein rothhäutiges Mäd-chen lieben, die einer Nothhaut Herz und Gefühle haben muß.Nein, nein, ich bin vernünftig genug in diesen Punkten, und hoffees zu bleiben, wenigstens bis dieser Krieg vorüber ist. Ich sehemeine Zeit zu sehr in Anspruch genommen durch Chingachgook'sAngelegenheit, als daß ich wünschen sollte, ehe diese ins Reinegebracht ist, selbst eine eigne auf dem Halse zu haben."
„Das Mädchen, das Euch am Ende gewinnt, Wildtüdtcr,gewinnt wenigstens ein redliches Herz, — eines ohne Verrath undTucke; und das wird ein Sieg sey», den die Meisten ihres Ge-schlechts beneiden müssen."
Wie Judith dieß sagte, schwebte ein schmerzlicher Nnmuthüber ihr schönes Antlitz; während ein bittres Lächeln um einenMund spielte, der durch keine Veränderung und Zuckung der Mus-keln unschön werden konnte. Ihr Gesellschafter bemerkte dieseVeränderung, und obgleich wenig vertraut mit den Regungen desweiblichen Herzens, besaß er doch natürliches Zartgefühl genug,um zu verstehen, ,daß es gsrathen seyn möchte, diesen Gegenstandfallen zu lassen.
Da die Stunde, wo Chingachgook erwartet wurde, noch nichtso nahe war, hatte Wildtödter Zeit genug, den Stand der Ver-theidigungsmittel genau zu besichtigen, und solche weitere Einrich-tungen zu treffen, wie sie ihm möglich waren und durch dasBedürfniß des Augenblicks geboten schienen. Die Erfahrung undVorsicht Huttcr's hatte in diesen Punkten Wenig zu thun übriggelassen; doch drängten sich noch einige Vorkehrungen dem Geistdes jungen Mannes aus, von dem mau sagen konnte, er habedie Kunst des Grenzerkriegs mittelst der Neberliefernngeu und Sagendes Volkes studirt, unter dem er so lange gelebt hatte. Die