Druckschrift 
12 (1851) Der Wildtöter : eine Erzählung
Entstehung
Seite
124
Einzelbild herunterladen
 

124

immer, seine Genossen in's Schiff aufnehmen müsse, drängte dasCanoe zn ihrer Rettung heran. Cr hatte noch nicht zweimal seinAnder erhoben, als man die Stimme Hurry's die Lust mit Flüchenund Verwünschungen erfüllen hörte, und er auf dem schmalen Kies-ufer niederrollte, im Lüchstäblichen Sinn von der Last seiner Feindeniedcrgezogcn. Während er, beinahe erstickt von seinen Feinden,am Boden da lag, stieß der athletische Greuzmann seinen Lommen-ruf aus, in einer Weise, die unter minder furchtbare» Umständenhätte Lachen erregen müssen. Der Mann im Wasser schien plötzlichseine Flucht zn bereuen, und eilte an die Küste, seinem Genossenzu Hülfe, ward aber augenblicklich aufgehalten und übermanntvon einem Halbdutzend neuer Verfolger, die so eben von der Ufer-höhe herabsprangen.

Laßt los, ihr bemaltes Wnrmgezüchte laßt los!" schrieHurry, zu hart gedrängt, um noch besonders wählerisch in seinenAusdrücken zn seyn;ist es nicht genug, daß ich geklemmt binwie ein Sägeklotz, daß Ihr mich auch noch erstickt?"

Diese Rede überzeugte Wildtödter, daß seine Freunde Ge-fangene waren, und daß landen so viel wäre, als ihr Schicksaltheilen. Er hatte sich dem Ufer schon auf hundert Schuhe genähert,als einige zeitgemäße Nuderschläge nicht nur das Canoe in seinemLauf aufhielten, sondern ihn auch um das Sechs- oder Achtfachevon seinen Feinden entfernte». Zum Glück für ihn hatten alleIndianer bei der Verfolgung ihre Büchsen weggeworfen, sonst hätteer diesen Rückzug schwerlich ungefährdet bewerkstelligt-, obgleich inder ersten Verwirrung des Handgemenges Keiner das Canoe be-merkt hatte.

Bleibt weg vom Land, Junge!" schrie Hutter;die Mädchenhaben jetzt nur noch Euch zur Stütze; Ihr werdet all Eure Vor-sicht brauchen können, diesen Wilden zu entgehen. Bleibt vom Landeweg, und Gott sey Euch gnädig, so wahr Ihr meinen Kindern beisteht!"

Es war im Ganzen wenig Uebereinstimmung der Gefühle