einen Namen weg, bevor Ihr auf ehrliche Weise zu einem an-dern gekommen?"
»Ich hoffe so, Mädchen, ich hoffe so. Meine Namen sindmir natürlich gekommen, und ich denke, derjenige, den ich jetzttrage, wird nicht von langer Dauer sehn, den» die Delawarenbestimmen selten den wahren Namen und Titel eines Mannes fest,bis zu der Zeit, wo er Gelegenheit gehabt, sein wahres Wesenim Rath oder aus dem Kriegöpfad zu zeigen, was mir noch niezu Theil geworden ist; angesehen, erstlich, daß ich, nicht alsNothhaut geboren, kein Recht habe, in ihren Versammlungen zusitzen, und viel zn niedrig bin, als daß ich von den Vornehmenmeiner Farbe sollte nm meine Meinung befragt werden; undfür's Zweite, weil dieß der erste Krieg ist, der in meine Zeitgefallen, und noch kein Feind weit genug in die Colonie eingebro-chen, der durch einen auch längeren Arm als der meinige zu errei-chen gewesen wäre."
„Sagt mir Eure Namen," erwiederte Hetty, ihn arglosanschaucnd, „und vielleicht sage ich Euch dann Euren Charakter."
„Darin liegt einige Wahrheit, ich will es nicht läugnen,obgleich es oft fehl trifft. Die Menschen täuschen sich im Charakter-Andrer und geben ihnen häufig Namen, die sie in keiner Weiseverdienen. Die Wahrheit hievon könnt Zhr sehen an den Mingo-Namen, die, in ihrer Sprache, dieselben Dinge bezeichnen, wie dieDelawaren-Namen — so sagt man mir wenigstens, denn ich weißWenig von diesem Stamm, außer durchs Gerücht —- und Niemandkann sagen, daß sie eine ebenso redliche und gerade Nation sind.Ich lege daher kein sehr großes Gewicht auf Namen."
„Sagt mir alle Eure Namen," wiederholte das Mädchenernst, denn ihr Gemüth war zn einfältig, um die Dinge von denNamen zn scheiden, die sie tragen, und sie legte einem Namengroße Wichtigkeit bei. „Ich möchte wissen, was ich von Euchzu denken habe."