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12 (1851) Der Wildtöter : eine Erzählung
Entstehung
Seite
66
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länger, ohne eine tiefere und bleibende Theilnahme für dasMädchen zu fühlen. Sie hatte für gewöhnlich keine Farbe, auch warihr einfacher Geist nicht im Stand, Bilder aufzurufen, die ihreWange hätten aufleuchtcn machen; aber sie behauptete eine ihr soangeborne Sittsamkeit, daß sie dadurch beinahe zu der arglosenReinheit eines für menschliche Schwächen unzugänglichen Gcmütheserhoben wurde. Harmlos, unschuldig, ohne Mißtrauen sowohlvon Natur als vermöge ihrer Lebensweise, hatte die Vorsehung siedennoch gegen Anfechtungen beschirmt durch eine Art von sittlichemHeiligenschein,den Wind zu sänftigen dem geschorneu Lamme,"wie das Sprichwort sagt.

Ihr seyd Hetty Hutter," sagte Wildtödter, in der Art, wieman sich selbst unbewußt eine Frage macht, und zwar mit einersanften Güte in Ton und Wesen, die ganz geeignet war, ihm dasVertrauen der so Angeredcten zu gewinnenHarry Hurry hatmir von Euch gesagt, und ich weiß, Ihr müßt das Kind seyn."

Ja, ich bin Hetty Hutter," versetzte das Mädchen mit leiser,süßer Stimme, welche durch die Natur und einige dazngckommeneErziehung vor Gemeinheit des Tons und des Ausdrucks bewahrtgeblieben war;ich bin Hetty, der Judith Hutter Schwester undThomas Hutter'S jüngste Tochter."

So weiß ich den» Eure Geschichte, denn Hurry Harry plau-dert tüchtig und er geht frei heraus mit seinen Reden, wenn erauf andrer Leute Angelegenheiten zu sprechen kommt. Ihr bringtden größten Theil Eures Lebens auf dem See zu, Hetty?"

Ja wohl, Mutter ist todt; Vater ist aus aufs Fallenstellen,und Judith und ich bleiben zu Hause. Was ist Euer Name?"

Das ist eine Frage, die sich leichter thun als beantwortenläßt, junges Weib; in Betracht, daß ich noch so jung bin, unddoch schon mehr Namen getragen habe, als manche der größtenHäuplinge in ganz Amerika."

Aber Ihr habt doch einen Namen? Ihr werft doch nicht