Druckschrift 
12 (1851) Der Wildtöter : eine Erzählung
Entstehung
Seite
56
Einzelbild herunterladen
 

56

das ist eine. Die Zeit wird kommen, wo Ihr Eure Hand erpro-ben könnt, jetzt, da es wieder blutige Köpfe gegeben, und wirwerden bald sehen, was eine Wildprctberühmtheit im Feld ausrich-tet. Ich längne, daß Hand oder Auge unsicher gewesen; es warnur eine falsche Berechnung der Bewegungen des Hirsches, derstille stand, als er noch sich hätte bewegen sollen, und so schoß ichüber ihn weg."

Erklärt es, wie Ihr wollt, Hurry, ich behaupte weiter Nichts,als daß es ein Glück gewesen. Ich glaube gern, daß ich auf einensterblichen Menschen nicht so stet, noch mit so leichtem Herzen ab-drücken werde, wie auf ein Wild."

Wer spricht denn auch von Sterblichen, oder von menschlichenWesen, Wildtödtcr? Ich setze bei Euch ja den Fall mit einemIndianer. Ich glaube gern, jeder Mann hätte wohl seine besonder»Gefühle, wenn es Leben oder Tod gälte, einem andern menschlichenGeschöpf gegenüber; aber solche Bedenklichkeiten würden wegfallenbei einem Indianer; weiter Nichts, als die gefährliche Wette, ober Euch trifft oder Ihr ihn."

Ich halte dafür, daß die rothen Männer vollkommen ebensoMensche» sind wie wir, Hurrp. Sie haben ihre eignen Gabenund ihre eigne Religion, das ist wahr; aber das macht am Endekeinen Unterschied, wo Jeder wird gerichtet werden nach seinemThun, und nicht nach seiner Haut."

Das ist gesprochen, wie ein Missionär, und wird wenig Gunstfinden in dieser Gegend, wo die Mährischen Brüder keine Gemein-den haben. Die Haut macht einmal den Menschen. Das ist nachWahrheit und Vernunft gesprochen; denn wie sollten sonst die Leuteeinander beurtheilcn. Die Haut wird über Alles angezogen, damitwenn man eine Creatur oder einen Sterblichen recht und gehörigsieht, man sogleich weiß, was man aus ihm zu machen hat; Ihrunterscheidet einen Bären von einem Schwein nach seiner Haut,und ein graues Eichhorn von einem schwarzen."