war viel besonnener und geregelter als die des rücksichtslosenHurry — als er, den Rand des See's erreichend, das Schauspielsah, das sich ganz unerwartet seinen Blicken darbot. Es war inder That so ergreifend, daß cs wohl eine kurze Beschreibung ver-dient. In gleicher Linie mit dem Kiesplatz lag ein breiter Wasser-spiegel, so friedlich und durchsichtig, daß er aussah wie ein Bettder reinen Gebirgsatmosphäre, eingefugt zwischen einer Einfassungvon Hügeln und Wäldern. Seine Länge betrug etwa drei Stunden,in der Breite war er unregelmäßig, denn er erweiterte sich demPlatze gegenüber bis zu einer halben Meile oder mehr, und zogsich mehr südlich bis zur Hälfte dieser Ausdehnung und noch engerzusammen. Die Küste war natürlich unregelmäßig, unterbrochendurch Buchten, und durch vorspringende, niedere Landausläufer.Am nördlichen, nächsten Ende war er begrenzt durch einen einzelnenBerg, während östlich und westlich das Land minder steil absiel, ingefällig abwechselndem Schwünge der Linien. Doch war der Cha-rakter der Gegend gebirgig; hohe Hügel, oder niedere Berge stiegenauf neun Zehntheilen des Umkreises steil am Wasser hinan. DieAusnahmen dienten in der That nur, der Scene einige Abwechs-lung zu geben; und auch über die vergleichungsweise niedrigen Theiledes Ufers hinaus war der Hintergrund hoch, wenn auch entfernter.
Die auffallendsten Eigenthümlichkeiten dieser Scene aber warendie feierliche Einsamkeit und die süße Ruhe. Nach allen Seiten,wohin das Auge sich wandte, siel es auf nichts als die spiegelgleicheFläche des See's, die friedvolle Wölbung des Himmels uild dendichten Kranz der Wälder. So reich und üppig waren die Um-risse des Waldes, daß man kaum eine Oeffnung gewahrte, undalles sichtbare Land, von dem runden Berggipfel bis an de» Saumdes Wassers bot Eine, sich gleich bleibende Farbe ununterbrochenenGrüns dar. Als wäre die Vegetation noch nicht zufrieden miteinem so vollständigen Triumph, bedeckten die Bäume auch nochden See selbst, und rangen sich von unten gegen das Licht hinaus;