75
als bis jetzt geschehen ist. Ohne Zweifel erinnernSie sich an den Ausspruch des Aristoteles über Ma-ler und Skulptoren, daß sie die Tugend auf, einewirksamere und eindringlichere Weise lehren» alsdie Philosophen durch ihre trockenen Vorschriften,und daß Jene zur Bekehrung der Lasterhaften geeig-neter sind, als die besten Doktrinen der Moral ohneeine solche Hülfe. Wie weit eher noch, mein Herr,ist nun ein guter Romandichter im Stand, eineWirkung der Art hervorzubringen, als der besteBildhauer oder Maier in der Welt! Jedermannkann durch einen schönen Roman entzückt werden,nur Wenige durch ein gutes Gemälde, vocti ra-lionem arlis inlsiligunt, inäocli voluptalem. Einglücklicher Gedanke von Quinctilian Das, meinHerr, nicht wahr? Aber Gott steh mir bei, ich ver-gesse Len Brief meines werthcn Freundes, DoktorHebraists. Die Reize Ihrer Konversation reißenmich hin; und wirklich Hab ich selten das Glück,einen so wohl informirten Mann zu treffen wie Sie,Ich gesteh, mein Herr, ich gestehe, daß ich den Ge-schmack meiner Knabenjahre stets noch reservire:die Musen wiegten meine Kindheitjetzt legen siemir das Polster meines Schemels zurecht — tzusmtu, Nelpoinens, etc. — Sie leiden noch nicht ander Gicht, ckirs, porloZra. Bei dieser Gelegenheit:wie befindet sich der würdige Doktor seit seinemletzten Anfall? — Da sehen Sie, immer noch hatmich Ihre angenehme Unterhaltung nicht dazu kom-