Diese ganze Zeit über lagen Raoul »nd Jthuel, jedes Geräuschim"Wasser vermeidend, ruhig auf ihren Rudern und horchten mitathemloser Aufmerksamkeit. Sie wußten nun gewiß, daß die Eng-länder ihre Ruder gleichfalls umwickelt hatten — zum Zeichen, daßsie ernstlich auf Verfolgung bedacht und die ganze Küste zu durch-forschen entschlossen waren. Die beiden Gigs konnten nicht überhundert Schritte von der Jolle entfernt fest»; Jthuel kannte sie alsdie zwei besten Ruderboote der ganzen Flotte, denn Cuffe und seineLieutenants hatten mit ihnen mehrere Wetten gegen die Offiziereanderer Schiffe gewonnen.
„St!" wisperte Ghita in neuer Seelenangst. — „Ach, Raoul,sie kommen!"
lind sie kamen in der That mit der Schnelligkeit des Windes.So behutsam wurden übrigens die Ruder gchandhabt, daß sie derJolle schon auf zweihundert Fuß nahe waren, ehe Raoul und Jthueles gewahr wurden und ihre eigenen Ruder wieder in'S Wassersenkten. Die Gigs waren jetzt auch, wiewohl nur undeutlich, zusehen, denn die Schatten des Landes vermehrten die Dunkelheit derNacht dermaßen, daß die Gegenstände selbst auf geringe Entfer-nung vollkommen unkenntlich blieben.
Die plötzliche unmittelbare Annäherung der Gefahr schien inCarlo Giuntotardi alles noch vorhandene Leben aufzuregen. Ersteuerte und steuerte gut, denn durch seinen langen Aufenthalt ander Küste war er an diese Arbeit gewöhnt; rasch gierte er nochnäher gegen die Felsen, theils um noch tiefer in deren Schatteneinzudringen, theils aber auch um im Nothfalle eine Landung zubewerkstelligen.
Es war bald voraus zu sehen, daß die Engländer sie einholenmußten. Vier Ruder gegen zwei machten die Ungleichheit zu groß,und es war offenbar, daß die Jolle zurückblieb.
„Oheim, steuert doch gegen den Bogen und die Wafferhöhlean der Landspitze!" flüsterte Ghita, die Hände über der Brust ge-