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„Engel! — Du denkst nie an Dich selbst! Aber nur zu Sor-rento und nicht eine Minute früher werde ich Dich verlassen. Ineiner oder zwei Stunden sind wir dort; dann erst habe ich mich derwichtigsten Pflicht entledigt. Sind wir einmal am Land, Etouelle, sokann ich auch unser kleines Segel einsetzen und zwischen den beidenInseln die hohe See erreichen. Bei dieser Landbrisc muß dieß jeden-falls gelingen und dann werden uns einige abgebrannte Raketen kundgeben, wo wir den b'on-k'ollet finden können."
Ghita wiederholte ihre Einwürse — aber umsonst: Raoul be-stand auf seinem Vorhaben und so war sie zum Nachgeben genöthigt.
Das Gespräch hatte nun ein Ende; die beiden Seemännergebrauchten ihre Ruder emsig und mit gutem Erfolg. Von Zeitzu Zeit hielten sie inne und lauschten auf den Nuderschlag der feind-lichen Boote, welche sich offenbar sämmtlich in der Nachbarschaftdes Vorgebirges versammelten.
Die Jolle hatte mittlerweile die Landspitze gerade zur Seiteund drang bald so weit in den Golf ein, daß sie, wenn nicht garalle, so doch die meisten ihrer Verfolger hinter sich brachte. Beider herrschenden Dunkelheit, der Ueberzahl der Feinde und in Er-mangelung jedes anderen Führers als des Gehörs war man natür-lich über die Stellung der verschiedenen Boote in einiger Ungewißheit:doch war wenigstens kein Zweifel darüber, daß sie sich größtentheilsin der unmittelbaren Nähe von Campanella befanden. Mit einemweiten Umweg um dieses Vorgebirge herumstcuernd, drang Raoulgeräuschlos immer weiter in dem Golfe vor, so daß er sich mitseinen Gefährten nach den neulich bestandenen Gefahren in verglei-chungsweiser Sicherheit befand.
Auf diese Art wurde über eine Stunde emsig fortgerudert unddie Jolle näherte sich rasch der Marina Grande von Sorrento. Alssie an Massa vorüber waren, hielt sich Raoul für völlig geborgenund hieß Carlo Giuntotardi gegen das Land hingieren, wo manvon der Brise weniger Widerstand zu erwarten hatte, und den