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senken wollte. Doch sie sind abgefeimte Baroni und sollten eigentlichunter ehrlichen Leuten für gar nichts Ordentliches gelten. Ich habezu Livorno einige dieser Spitzbuben gekannt und darf wohl sagen,daß auch Neapel nicht ganz frei davon ist; ganz etwas Anderes aber istcs, wenn man einem hübschen und sittsamen Mädchen sagen wollte,ihre Schönheit und Tugend sey nur Schein, oder achtbaren Magi-stratspersonen: sie seyen eben so große Betrüger, wie die Spitz-buben selbst, welche von ihnen in'S Gsfängniß oder an den Galgengebracht werden."
Diesen und ähnlichen Reden stellte Andrea seine Erläuterungenund seine Philosophie entgegen, bis der Streit nach und nach hitzigund das Gespräch immer lauter wurde.
Es gehört zu den Eigenthümlichkeiten Italiens, daß seine Landes-sprache — eine der weichsten der ganzen Christenheit — durch dieArt ihres Gebrauches häufig rauh und unangenehm klingt. Beidieser Gelegenheit war die Heftigkeit der Streitenden eben nicht ge-eignet, dieses Uebel sonderlich zu mildern.
Griffin führte der Zufall eben in diesem Augenblicke an demGefangenenzimmer vorüber, und da er einige Worte von dem Ver-handelten auffing, so blieb erstehen, um zu lauschen. Sein Lächelnund die preisgegebenen Uebersetzungen sammelten bald eine Gruppevon Offizieren um ihn; die Schildwache zog sich ehrerbietig etwasbei Seite und so wurde der Raum vor dem Gemache des Gefan-genen zu einer Art von Parquet bei einer höchst belustigenden Vor-stellung. Mehrere von den jungen Herren verstanden etwas Italienischund da Griffin sehr rasch, wiewohl in leisem Tone übersetzte, sokam den Zuhörern die ganze Sache äußerst unterhaltend vor.
„Das ist eine knriose Art, einem zum Tod Verurteilten Trostcinzusprechen," murmelte der Quartiermeister: „ich wundere michnur, wie's der Franzmann bei all dem Unsinn aushalten kann."
„O," meinte der Marineoffizier, „die Dressur thut schon dasIhrige. Diese Revolutionäre sind dermaßen auf die Heuchelei eindreffirt.