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in der Leinwand hereinguckten, um die Miene und das Treiben eineszum Tode Verurtheilten zu beobachten. Diese Neugierde hatte ihnschon in der verflossenen Nacht sehr beläfligt, und da die Leute jetzteben so begierig sehn mochten, einen Verbrecher den gewährtenAufschub tragen zu sehen, so hatte er beschlossen, die Nacht lieberim Finstern zuzubringen.
Auf dem Kanonendeck brannten übrigens ein haar Laternen,welche sogar durch die Leinwandschoten eine matte Helle in dasStübchen warfen. Diese Schoten erstreckten sich, wie gesagt, voneiner Kanone zur andern, so daß Licht und Luft durch die Stück-psorten freien Zugang hatten. Dadurch reichten auch die Kanoncn-tackeln auf der einen Seite bis in'S Zimmer und auf einem derselbennahm Raoul nunmehr seinen Sitz ein.
Vermöge seiner höheren Lebensstellung, seiner besseren Erziehungund eines feineren natürlichen Taktes übertraf Andrea Barrosaldi seinenGefährte» weithin in der Artigkeit des Benehmens. Letzterer wäre wohlsogleich in meäins res hincingeplumpt, hätte nicht der Mcestatthalterein Gespräch über allgemeine Gegenstände begonnen in der Absicht,Raoul seinen Glückwunsch zu dem neulichen Aufschübe abzustatten,sowie sich nur eine passende Gelegenheit dazu darbietcn würde.
In einer Beziehung war dicß eine unglückliche Verzögerung,denn Vito Viti fand nicht sobald, daß der Hauptzweck ihres Be-suches hintangestellt werden sollte, als er wieder voll Eifer zu demfrüheren Gegenstände ihres Streites zurückkehrte, der durch denEintritt in das Gefangenenzimmer unterbrochen worden war.
„Hier der Mcestatthalter hat eine Theorie ausgestellt, SirSmeeS," begann er, sobald eine Pause im Gespräche ihm dieß ge-stattete — „der Mcestatthalter hier hat eine Theorie aufgestellt,welche die Kirche ganz gewiß verdammenSwürdig nennen würdeund gegen welche die menschliche Natur' sich empören muß."
„Ei nein, guter Vito, Du betrachtest die Sache nicht im rechtenLichte," unterbrach ihn Andrea, der sich durch einen so unvcrmu-