428
seyd und dann haltet Euch zu einem Bootsdienste bereit. Ich habevor der Hand schon einen Dienst für Euch, welcher der Anfang EuresGlückes sehn kann, wenn Ihr anders Eurer Mutter, Johanna undEuch selbst getreu bleibt."
Clinch fühlte sich von neuem Leben durchstromt. Jahre langschon war er übergangen, war scheinbar vergessen worden, wennman nicht gerade eines vollendeten Seemannes bedurfte und selbstder Versuch, sich auf die Proserpina versetzen zu lassen, deren Kom-mandant ein alter Tischgenoffe von ihm war, hatte dem Anscheinenach fchlgeschlagen. Jetzt aber war ihm eine Möglichkeit eröffnetund ein Strahl der Hoffnung brach, strahlender als je, in dieDunkelheit seiner Zukunft.
Sogar Cuffe war über den frohen Ausdruck in des Steuer-manns Zügen und über die Lebendigkeit seiner Bewegungen be-troffen und machte sich insgeheim Vorwürfe darüber, daß er solange für das wahre Wohl eines Mannes, der doch gewiß Ansprüchean seine Freundschaft besaß, gleichgültig gewesen war.
Und doch war in dem gegenwärtigen Verhältnisse zwischen diesenalten Tischkameraden durchaus nichts Ungewöhnliches. Durch Fa-milie und Freunde begünstigt, hatte Cuffe niemals Ursache gehabt,in Kleinmuth zu verfallen, sondern war mit Glück und Unterneh-mungsgeist auf seiner Laufbahn weiter geschritten, während derAndere, ohne äußere Stütze und jeder unmittelbaren Gelegenheit,vorwärts zu kommen, beraubt, auf schlimme Abwege gerathen undnach und nach der Mann geworden war, den wir in ihm kennengelernt haben.
Beispiele, wie dieses letztere, sind selbst in einer Marine, wodie Beförderung so regelmäßig, wie in dem amerikanischen Dienstestattfindet — keineswegs selten; nur der Fall wird nicht zu oft ge-troffen werden, daß es Einem unter so traurigen Umständen gelingt,das Versäumte wieder nachzuholen.
Nach einer halben Stunde stand Clinch in seinem besten Anzuge