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14 (1843) Der Irrwisch oder der Kaper : ein See-Roman
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von Umständen beherrscht werden, welche mit denen einer früherenZeit im Widerspruche stehen: gleichwohl wäre es gut, wenn mansich erinnerte, daß, wenn auch Veränderungen dem Geiste ebensonöthig sind als dem Körper die Uebung seiner Kraft dennoch ge-wisse ewige Wahrheiten, gewisse Prinzipien des Rechts und der Klug-heit vorhanden sind, deren man sich niemals ungestraft entschlagen darf.

Die Mitglieder des Kriegsgerichts versammelten sich in derKajüte der Proserpina unter Beobachtung all' der Förmlichkeitenund äußeren Gebräuche, welche nothwendig sind, um einem Gerichtedas nothige Ansehen zu sichern. Die Offiziere erschienen in vollerUniform; der Eid wurde mit Feierlichkeit geleistet, die Tafel warmit Geschmack hergerichtet und ein feierlicher, würdevoller Ernst warbei allen Vorkehrungen vorherrschend. Doch ließ man nur kurzeZeit ungenützt verstreichen und der Offizier, welchem das Amt desLörd-Prevöt zugetheilt war, erhielt den Befehl, seine Gefangenenvorzuführen.

3m nämlichen Moment wurden NaoulVvard und Zthuel Boltin die Kajüte gebracht; beide waren übrigens von verschiedenenSeiten des Schiffes gekommen und hatten keinen Augenblick mit ein-ander verkehren dürfen.

Als die Gefangenen eingetreten waren, wurden sie dem Ge- ,richtspersonale vorgeführt und ihnen die Anklagepunkte vorgelesen.Raoul hatte seine Bekanntschaft mit der englischen Sprache bereitszugegeben und so bedurfte man also keines beeidigten Dolmetschers,so daß das Gerichtsverfahren seinen gewöhnlichen Gang nehmen konnte.

Da man den Franzmann zuerst vernehmen wollte und Zthuelhierbei vielleicht als Zeuge erforderlich seyn mochte, so wurde derLetztere wieder abgeführt, indem ein Kriegsgericht niemals gestattet,daß ein Zeuge die Angaben des andern vernehme. Hiefür hat maufreilich in neuerer Zeit darin einen sinnreichen Ersatz gefunden,daß man bei Prozessen, deren Länge einen solchen Kunstgriff gestattet.Alles, was vorgeht, von Tag zu Tag in den Journalen bekannt macht.