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14 (1843) Der Irrwisch oder der Kaper : ein See-Roman
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und boch noch so nahe, daß man ihn in weniger als einer Stundeerreichen konnte.

Je weiter das leichte Boot gegen die Küste vordrang, destomehr gewann Ghita ihre Fassung wieder. Sie trocknete ihre Thrä-nen und schaute sich verwundert um, als ob sie fragen wollte, wohinihr Freund sie zu führen gedenke.

«Ich will Dich nicht fragen, Raoul, warum Du in diesemAugenblicke hier bist, noch woher Du gekommen," begann sie endlich;aber darnach darf ich mich wohl erkundigen, wohin Du uns jetzteben führen willst? Unsere Heimath ist in St. Agata auf denHöhen oberhalb Sorrento an der andern Seite des Golfes. JedesJahr gehen wir dorthin, um einen Monat bei der Schwester meinerMutter zuzubringen, welche dieß von unserer Liebe dringend verlangt."

Wenn ich das Alles nicht schon wüßte, Ghita, so würde undkönnte ich nicht hier sehn. Ich habe das Landhäuschen DeinerTante noch heute heinigesucht,, bin Dir nach Neapel gefolgt, hörtevon der Untersuchung und Verurtheilung des Admirals und begriffrecht wohl, wie diese Nachricht Dein Herz ergreifen mußte; ichverfolgte Deine Spur bis zu dem englischen Admiralschiffe underwartete Dich vor der Minerva, wo Du mich auch gefunden hast,nachdem ich den Mann, der Dich herübergcrudert, zuvor glücklichfortgebracht. Das Alles hat sich so natürlich gefügt, wie dasGefühl, das mich veranlaßte, mich noch einmal in des Löwen Nachenzu wagen."

Der Krug geht so lange zum Brunnen, Raoul, bis er end-lich bricht," sprach Ghita einigermaßen im Tone des Borwurfs,obgleich sie unmöglich verhindern konnte, daß ihre Zärtlichkeit den-noch aus ihren Worten herausklang.

Du weißt Alles, Ghita. Nach mondenlanger Beharrlichkeitund einer Liebe, wie sie wohl selten ein Mann gefühlt, hast DuDich kalt und bestimmt geweigert, mein Weib zu werden hastden Monte Argcntaro ausdrücklich dcßhalb verlassen, um meiner