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doch halt, mein Kind; etwas Weniges kann ich dennoch für Dichthun. Dieser Sack enthält Gold. In der Hoffnung, daß er mirbehülflich seyn konnte, die meiner harrende Strafe abzuwenden,wurde er mir von einem Verwandten zugescndet. Zu jenem erstenZwecke ist er mir jetzt unnütz; bei Deinen einfachen Sitten aberkann er Dir eine behagliche, sorgenfreie Existenz sichern." *
Mit überströmenden Augen schob Ghita das Gold bei Seiteund drückte nur das Kreuz an die Brust, das sie wieder und immerwieder mit glühenden Küssen bedeckte.
„Nicht so — nicht so, Großvater," sprach sie; „ich bedarf dessennicht und wünsche es nicht. Dies hier ist genug; das will ich biszu meinem letztem Athemzuge treu bewahren. Auch das Schiff willich verlassen; aus Deiner Nähe aber werde ich nicht weichen. Ichsehe viele Boote versammelt; auch das ineinige wird dort seinenPlatz finden. Meine Gebete sollen für Dich zum Himmel empor-steigen, so lange Du noch am Leben bist und auch nachdem Dugeschieden, werde ich Deiner jeden Tag in meiner Andacht gedenken.ES bedarf nicht des Goldes, Großvater, um Dir einer TochterGebet dadurch zu erkaufen."
Voll innigen Gefühls betrachtete Don Francesco das fromme,liebliche Mädchen: dann drückte er sie noch einmal an'S Herz undgab ihr laut und zu wiederholten Malen seinen Segen.
Plötzlich hörte man von dem Fondroyant den Schlag einerGlocke herübertönen, der von allen benachbarten Schiffen, englischenwie neapolitanischen — wiederholt wurde. Ais kundiger Seemannwußte Caraccioli, daß es jetzt halb fünf Nhr war; um fünf Uhrsollte seine Hinrichtung stattfindcn. Er fand es daher nöthig, seinekaum gefundene Enkelin zu entlassen, um noch einige Minuten alleinmit seinem Beichtvater zuzubringen.
Der Abschied war feierlich, aber zärtlich; als Ghita die Kajüteverließ, war ihrem verurtheilten Großvater nicht anders zu Muthe,als ob er für immer einem schon längst geliebten Wesen Lebewohl