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Ihr nicht selbst bemerkt, Signora, daß gerade die betagtesten Perso-nen in hoher Stellung verhärtet werden und darauf loS leben, alsob sie niemals sterben würden? Ich meine besonders jene Men-schen, welche ähre Jugend verstreichen lassen, als ob die Freudender Welt nie ein Ende nehmen sollten."
„Du bist zu jung, Mädchen, um Dich zu einer Weltverbessrerinaufwerfen zu können und vergißt, daß dieß das Schiff eines dergrößten Offiziere Europas ist, dessen Zeit so vielfach in Anspruchgenommen wird. Du kannst jetzt gehen: ich will ihm wiederholen,was Du gesagt hast."
„Ich habe noch eine zweite Bitte, Eccellenza — daß mir erlaubtwerden möge, Don Francesco zu besuchen, damit ich wenigstensseinen Segen empfange."
„Er ist nicht auf diesem Schiss. Du wirst ihn am Bord derFregatte Minerva finden: ohne Zweifel wird Dir der Zutritt nichtverweigert werden. Halt — diese wenigen Zeilen werden Deine Bitteunterstützen. — Addio, Signorina."
„Und darf ich Hoffnung mit mir nehmen, Eccellenza? Denktnur, wie süß das Leben Denjenigen sehn muß, welche ihre Tageso lange in Ehre und Ueberstüß hingebracht haben ! Seine Enkelinerschiene ihm ja wie ein Bote vom Himmel, wenn sie ihm einenStrahl von Hoffnung bringen dürfte."
„Ich darf Dich nicht dazu berechtigen. Die Sache liegt inden Händen der neapolitanischen Behörden: wir Engländer könnenuns nicht darein mischen. — Geht jetzt, beide zusammen: der großeAdmiral hat wichtige und dringende Geschäfte."
Ghita wandte sich um und verließ langsam und bekümmert dieKajüte. Noch unter der Thüre begegnete fie dem englischen Lieutenant,der die letzte, wie man weiß vergebliche Bitte des unglücklichen Gefan-genen überbrachte, daß man ihn nicht gleich einem Dieb aufhängen,sondern wenigstens den Tod eines Kriegers sterben lassen möchte.