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14 (1843) Der Irrwisch oder der Kaper : ein See-Roman
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Eilftes Kapitel.

Des Menschen Geist das stolze Wesen!

Wo die Vernunft auf ihrem Throne

AIS hoher König im Palastc sitzet

Und Urtheilssxrüche fällt im Herrschcrtone!

Wer mag mit leisem Schritte prüfen

Die Gränzen dieser Zauberticfcn

Und nicht gesteh'n, daß Räthsel sich und Wunder

Der höchsten Art zum Sitz erlesen

Des Menschen Geist das stolze Wesen!

Anonymus.

Wir brauchen uns wohl kaum damit aufzuhalten, die Wundereines Abends auf dem mittelländischen Meere zu schildern. JederReisende ist damit vertraut und Schriften aller Art haben sich be-müht, dieselben der Phantasie ihrer Leser, welcher Nation undwelchem Alter sie auch angehören mögen, anschaulich zu machen.Doch hat jedes Gemälde seine eigenen Lichter und Schatten undauch das unsrige entwickelt deren in einer Weise, welche wohl eineflüchtige Beachtung verdienen möchte.

Ein Sonnenuntergang im hohen Sommer wird wohl jede Land-schaft mit erhöhtem Reize übergießen. Um diese Stunde war es,als Raoul seinen Anker auswarf, und Ghita, welche sich jetzt, dadie Jagd beendigt und die Gefahr, wie man glaubte, vorüber war,auf das Berdeck verfügt hatte, glaubte, ihr Vaterland Italien unddas mittelländische Meer noch nie so reizend gesehen zu haben.

Schon lange vor Untergang der Sonne warf das Gebirgeseine Schatten weit in die See hinaus, so daß sich der östlichenKüste der geheimnisvolle Zauber der Abendzeit eine Weile früher alsder westlichen mittheilte. Die Inseln Korsika und Sardinien gleichenzwei ungeheuer« Alpenblöcken, die, in Folge einer zufälligen Natur-veränderung in die See gestürzt, im Angesichte ihrer Stammregiongleichsam als die Außenposten jener mächtigen Wälle Europa's da-