steif zu schwiggen und sämmtliche Segel zu beschlagen. Selbst dieZiehfallen wurden gespannt, damit die Segel fest wie Mauernstehen möchten. Der Augenblick der Prüfung war nahe; in fünfMinuten mußte die Sache entschieden sehn.
„Laßt sie nur sich ein wenig schütteln und in den Wind ver-beißen, Mr. Uelverton," bemerkte Cuffe gegen den Offizier vonder Wache; „wir müssen hier alle unsere Kräfte aufbieten, dennstehen wir einmal den Riffen gegenüber, so muß Alles wie miteinem Schlage geschehen und das Schiff scharf unter Kommandogehalten werden. — Da — rasch mit dem Steuer entgegen undgebt'S ihr nur recht voll!"
Dieses Manöver wurde zweimal wiederholt und jedesmal kamdie Fregatte um ihre volle Länge windwärts, obwohl sie natürlicherWeise mehr als dreimal so viel in der Geschwindigkeit einbüßte.
Endlich kam der Augenblick der Entscheidung; tiefe Stilleherrschte auf dem Schiff: in der Brust der Männer mischte sichmit dem Bewußtseyn der Kraft bei den einen das Gefühl der Be-sorgnis, bei den andern das der Hoffnung. Aller Augen wundertenvon den Segeln zu den Riffen, von diesen wieder zu den Segelnund von beiden nach dem Kielwasser des Schiffes.
In solchen Momente» übertünt die Stimme des LothSmanneSjedes andere Geräusch. Seinen warnenden Ruf hört man mit athem-loser Erwartung, während der Klang einer Sirenenstimme wahrschein-lich unbeachtet bleiben würde. Ein Mal um'S andere wurde dasLoth ausgeworfen und Cuffe erhielt auf seine Fragen regelmäßigzur Antwort: „Kein Grund, Sir, mit fünfzehn Faden."
Da mit einem Male drang von den großen Puttingen der Luv-seite der bekannte Ruf herüber:
„Mit dem Zeichen sieben!"
Diese Kunde kam Kapitän Cuffe so unerwartet zu Ohren, daßer auf den Hackbord sprang, wo er Alles, was er zu sehen wünschte,im Gesicht hatte.