mindeste Schwierigkeit mit drei bis vier Knoten Geschwindigkeitvorwärts trieb, besonders wenn er einmal die vergleichungsweisebreiten Falten seiner beiden Hauptsegel öffnete. Dieß that er, sobalder die Stadt hinter sich hatte, während er eben dicht unter der Cita-delle vorüberfuhr. Die obenstehenden Schildwachen hörten zwardas Flaggen der Leinwand, ohne übrigens deutlich unterscheiden zukönnen, wo das Geräusch hcrkam.
In diesem Augenblicke ließ Jthuel eine zweite Rakete steigenund der Lugger zeigte an seinem Steuerbordbug ein Licht, das abernach allen Seiten so wohl verdeckt war, daß es nur in der Richtungdes Boots bemerkt werden konnte. Sobald dieß geschehen war,stellte er seine Steuer hart nieder; das Vorsegel wurde zu gleicherZeit flach luvwärts überholt. Fünf Minuten später hatte Jthueldas Verdeck erreicht: das Boot wurde mit einer Leichtigkeit an Bordgebracht, als ob es nur eine Seifenblase gewesen wäre.
Durch die zweite Rakete vollends getäuscht, gab die Proscr-pina ihre Nummer ganz regelrecht durch Signallaternen zu erkennen,um zur Erwiederung auch die Ziffer des Fremden zu erfahren, wo-bei sie hoffte, daß das Vorgebirge den übrigen Schiffen in derBai dieses Manöver verbergen würde.
Dieß zeigte Raoul aufs Genaueste die Stellung seines Feindes,und er bemerkte mit Vergnügen, wie er bereits westwärts von ihmstand, so daß er abermals und zwar so dicht am Rande der Klippenan der Insel vorüberschlüpsen konnte, um durch den dunkeln Hin-tergrund vollkommen verborgen zu bleiben. Sein treffliches Nacht-glaS setzte ihn in den Stand, die Fregatte, welche ungefähr eineMeile von ihm entfernt war, zu beobachten: sie hatte von denOberbramsegeln abwärts Alles entfaltet, was nur immer den Windzu fassen vermochte und steuerte mit den Backbordhalsen der Mün-dung der Bai zugewendet. So genau hatte sie ihre Berechnung ge-macht, daß sie, jetzt noch windwärts von dem Hafen stehend, mit demgewöhnlichen Morgenwinde schnurgerade in denselben einlaufen mußte.