149
Frühstück auf Eurem Tische sehen, denn ich werde mich nicht eherzur Ruhe begeben, als bis sie ganz vervollständigt ist."
Ravul benützte dieses Versprechen mit Freuden als einen Winkzum Aufbruch, und verabschiedete sich unter geziemenden Dankbarkeits-und Höfllichkeitebezeugungen. Als er aber den Palast hinter sichhatte, machte er seiner Ungeduld in öfteren Ausbrüchen Lust, wieEiner, der einer Scene entrannen ist, wo die marternde Langweilenur durch Lächerlichkeiten einigermaßen aufgeheitert wurde und allerleiFlüche trafen die Nationen des Nordens, die so rücksichtslos waren,eine Geschichte auszuweisen, die ihm viel länger und weitläufigererschien, als er überhaupt für nöthig halten konnte.
Dies Alles ging vor sich, während er längs der Promenadehinschrilt. Er fand dieselbe ganz einsam; jedes lebende Wesen schiensie verlassen zu haben. Endlich glaubte er, auf eine kurze Entfernungvor sich, in einem Seitenwege, der nie sehr besucht war, eine weib-liche Gestalt zu bemerken. Er eilte auf sie zu und sein raschesAuge erkannte augenblicklich die, welche er suchte: sie hatte offenbarseine Ankunft erwartet.
„Raoul," ries Ghita im Tone des Vorwurfs, „womit sollendiese oft wiederholten, gefahrvollen Versuche noch enden? Da Dneinmal so klug und geschickt aus dem Hafen von Porto Ferrajoentwischt bist, warum besaßest Dn nicht so viel Klugheit, ganz davonwegzubleiben? "
„Du kennst den Grund, Ghita, wie kannst Du also nur nochfragen? Heiliger Neptun! habe ich meine Sachen nicht gut ge-macht? — und diesen tapfer« Vicestatthalter auf eine merkwürdigeArt an der Nase herumgeführt? Es kommt mir zuweilen vor,Ghita, als ob ich meinen Beruf verkannt und statt eines See-mannes — Diplomat hätte werden sollen."
„Und warum denn gerade ein Diplomat, Raoul? Wie Duauch immer bei einer Veranlassung, wie die jetzige und in einem